{"id":2914,"date":"2005-03-15T19:58:43","date_gmt":"2005-03-15T18:58:43","guid":{"rendered":"http:\/\/www.alice-miller.com\/de\/?p=2914"},"modified":"2015-12-01T20:03:15","modified_gmt":"2015-12-01T19:03:15","slug":"emporung-als-vehikel-der-therapie","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.alice-miller.com\/de\/emporung-als-vehikel-der-therapie\/","title":{"rendered":"Emp\u00f6rung als Vehikel der Therapie"},"content":{"rendered":"<div class=\"colonne-droite\">\n<p align=\"right\">von <b>Alice Miller<\/b><\/p>\n<h1 style=\"padding-top:10px;\">Emp\u00f6rung als Vehikel der Therapie<br \/><span class=\"soustitre\">Tuesday 15 March 2005<\/span><\/h1>\n<p>Es kommt immer wieder vor, dass B\u00fccher oder Artikel erscheinen, die uns \u00fcber schreckliche Zust\u00e4nde oder Taten informieren (z. B. \u00fcber das Qu\u00e4len von Tieren, die Ausbeutung der Natur, Folterungen, Despotismus), und es ist nat\u00fcrlich, dass wir mit starken Gef\u00fchlen darauf reagieren. Zumindest ein gro\u00dfer Teil der f\u00fchlenden und denkenden Bev\u00f6lkerung reagiert darauf mit Emp\u00f6rung. Es gibt allerdings eine Ausnahme: Wenn von Misshandlungen an Kindern wie Schl\u00e4ge und Ohrfeigen berichtet wird, l\u00e4sst sich im allgemeinen eine auffallende Gleichg\u00fcltigkeit feststellen, weil die meisten Menschen nach wie vor \u00fcberzeugt sind, das Schlagen der Kinder sei notwendig und auch harmlos.<\/p>\n<p>Wie kann man glauben, dass es f\u00fcr irgendeinen Menschen gut sei, geschlagen zu werden, und dies noch zur Zeit seines Wachstums, der Ausformung seines Gehirns? Vermutlich, so m\u00fcsste man annehmen, haben die Bef\u00fcrworter der k\u00f6rperlichen Strafen noch nichts davon geh\u00f6rt, dass sich das menschliche Gehirn in den ersten drei Lebensjahren ausbildet und dass Gewaltt\u00e4tigkeit genau in dieser Zeit erlernt wird. Aber wie ist eine solche Ahnungslosigkeit m\u00f6glich? Dieses Wissen wird doch nicht geheimgehalten. Zumindest gebildete Leute wie Lehrer, Priester oder Juristen, (Politiker, Staatsoberh\u00e4upter, Minister) m\u00fcssten doch irgendwo, irgendwann mit den Fakten in Ber\u00fchrung gekommen sein.<\/p>\n<p>Bereits vor zwanzig Jahren wurde einiges \u00fcber Kindesmisshandlungen berichtet, doch nach wie vor regt sich nirgends die Emp\u00f6rung und das Entsetzen dar\u00fcber, dass die Machtlosigkeit der Kinder r\u00fccksichtslos ausgebeutet wird und dies nur der Entladung der aufgestauten Hassgef\u00fchle der Erwachsenen, der Eltern und Betreuer dient. Ein Kind wird geschlagen? Na und, ist das nicht normal?<\/p>\n<p>&#8222;Nein, das ist weder normal noch ungef\u00e4hrlich, noch ethisch zu verantworten&#8220;, sagen und schreiben einige Leute seit etwa zwei Jahrzehnten. Aber diese Menschen stellen bis heute eine kleine Minderheit dar. Meine zahlreichen Versuche, zum Beispiel mit Hilfe des Vatikans junge Eltern \u00fcber die Gef\u00e4hrlichkeit des Schlagens von Kindern zu informieren, sind alle gescheitert. Ich stie\u00df stets auf eine Mauer der Gleichg\u00fcltigkeit und des Schweigens.<\/p>\n<p>Wie l\u00e4sst sich das erkl\u00e4ren? Wir k\u00f6nnen kaum annehmen, dass sich etwa im Vatikan kein einziger Mensch befindet, der imstande w\u00e4re, sich \u00fcber die Gewalt gegen Kinder zu emp\u00f6ren und daher das Bed\u00fcrfnis h\u00e4tte, meine Informationen an den Papst weiterzuleiten. Und doch zeigt meine Erfahrung, dass dies bis heute nicht geschehen ist. Und nicht nur im Vatikan. Auf der ganzen Welt wird von Regierenden kaum etwas unternommen, um diese barbarische Praxis zu verbieten.<\/p>\n<p>In den 70er Jahren hat Schweden ein Gesetz verabschiedet, das Gewalt gegen Kinder eindeutig untersagt. Leider sind seitdem nur dreizehn kleinere Staaten diesem Beispiel gefolgt. Obwohl wir heute wissen, dass wir mit Schl\u00e4gen die Schl\u00e4ger und Schl\u00e4gerinnen von morgen aufziehen, gibt es in der \u00d6ffentlichkeit keinen Aufschrei der Emp\u00f6rung. Stattdessen kultivieren wir ungest\u00f6rt gerade das, was wir angeblich ausrotten wollen: Folter, Kriege, Genozide. Wir produzieren aktiv die Gewaltt\u00e4tigkeit und die Krankheiten f\u00fcr morgen. Denn in jedem einzelnen Fall l\u00e4sst sich nachweisen, dass hinter den Gewalttaten eine Geschichte der Dem\u00fctigungen steht (vgl. James Gilligan, &#8222;Violence&#8220;, Putnam N.Y., 1996).<\/p>\n<p>Ich frage mich immer wieder, weshalb es so schwer ist, dieses Wissen zu vermitteln und weshalb die normale Reaktion der Emp\u00f6rung nur dann ausbleibt, wenn es sich um das Schlagen der kleinen Kinder handelt? Eigentlich kenne ich die Antwort auf diese Frage, aber ich hoffe immer wieder, dass ich mich t\u00e4usche. Die Antwort, die ich gefunden habe, lautet: Die meisten von uns waren misshandelte Kinder und haben sehr fr\u00fch lernen m\u00fcssen, dies zu verleugnen, um zu \u00fcberleben. Wir waren gezwungen zu glauben,<\/p>\n<p>    dass wir &#8222;zu unserem Besten&#8220; gedem\u00fctigt und gequ\u00e4lt wurden,<br \/>\n    dass die Schl\u00e4ge nicht weh taten und harmlos seien,<br \/>\n    dass sie dem Wohl der Allgemeinheit dienen (sonst w\u00e4ren wir angeblich zu gef\u00e4hrlichen Monstern heran gewachsen).<\/p>\n<p>Wenn unser Gehirn diese irref\u00fchrenden Informationen sehr fr\u00fch gespeichert hat, dann bleiben sie gew\u00f6hnlich ein Leben lang wirksam, d. h. sie bilden dauerhafte Denkblockaden. Es sei denn, diese w\u00fcrden &#8211; eventuell in einer Therapie &#8211; aufgel\u00f6st werden. Doch gew\u00f6hnlich lassen sich die meisten Menschen nicht darauf ein, ihre Denkblockaden aufzugeben. Sie wiederholen immer wieder wie im Chor: &#8222;Meine Eltern taten das Beste, um mich gut zu erziehen, ich war ein schwieriges Kind und brauchte strenge Disziplin.&#8220; Wie soll es diesen Menschen m\u00f6glich sein, sich angesichts der Kindesmisshandlung zu emp\u00f6ren? Sie sind ja seit ihrer Kindheit von ihren wahren Gef\u00fchlen, von ihren Schmerzen der Dem\u00fctigung und Qual getrennt. Um ihre Emp\u00f6rung zu sp\u00fcren, m\u00fcssten sie an diese alten Schmerzen herankommen. Doch wer will das schon?<\/p>\n<p>So bleiben diese Schmerzen sehr h\u00e4ufig hinter eisernen T\u00fcren im Keller ihrer Seele eingesperrt. Und wehe, wenn jemand an diesen T\u00fcren r\u00fctteln sollte: Lieber Depressionen erleiden, lieber Medikamente, lieber Drogen nehmen, lieber sterben, als an die alte Folter erinnert zu werden. Also tauft man die Folter mit dem wohlklingenden Namen &#8222;Erziehung&#8220; und muss die Schmerzen nicht sp\u00fcren. Diese Menschen sind der Emp\u00f6rung nicht f\u00e4hig, solange sie verleugnen, dass sie als Kinder selbst Opfer waren. Nur wenige stellen sich den Fakten ihres Lebens und f\u00fchlen sich dadurch jedoch oft isoliert. Denn sie leben in einer Gesellschaft, in der sich aufgeschlossene Menschen zwar ganz ehrlich \u00fcber manches Unrecht emp\u00f6ren k\u00f6nnen, wie z. B. \u00fcber Kinderarbeit in Asien, nur nicht \u00fcber das Unrecht, dessen Opfer sie selbst gewesen sind. Sie wurden zu Opfern, als sie noch nicht selbst\u00e4ndig denken konnten und sie die Meinung ihrer Eltern \u00fcbernommen haben, dass sie zu ihrem Besten gefoltert wurden. All dies geschah, um die Treue und Liebe zu ihren Eltern pflegen zu k\u00f6nnen, was h\u00e4ufig auf Kosten der eigenen Kinder geschieht. Eigentlich m\u00fcsste nun die Zeit gekommen sein, dass diese einst missbrauchten Kinder den Mut zur Auflehnung finden.<\/p>\n<p>Die Unf\u00e4higkeit, sich \u00fcber das Schlagen der Kinder zu emp\u00f6ren, l\u00e4sst sich zwar aus unserer Geschichte heraus verstehen, doch sie verschlie\u00dft uns den Zugang zum Verst\u00e4ndnis zahlreicher Ph\u00e4nomene. Das l\u00e4sst sich anhand verschiedener Problemkreise illustrieren. Ich m\u00f6chte im Folgenden am Beispiel von drei Bereichen aufzeigen, wie die F\u00e4higkeit, sich zu emp\u00f6ren und die Erstarrung aufzul\u00f6sen, uns erm\u00f6glichen k\u00f6nnte, nicht nur unser Wissen zu vertiefen, sondern auch effektive Abhilfe und Vorbeugung zu leisten, wo sie dringend n\u00f6tig sind. Es handelt sich um die herk\u00f6mmliche Sicht auf die Delinquenz (Massenmorde und Serienverbrechen), um die Tradition der Kindesmisshandlungen in Familien und um die geforderte Neutralit\u00e4t in der Praxis der Psychotherapie.<\/p>\n<p>   <span class=\"title\"> Massen- und Serienm\u00f6rder<\/span><\/p>\n<p>Sowohl in der forensischen Psychiatrie als auch innerhalb der Psychoanalyse wird immer wieder behauptet, dass die abscheulichen Taten der Massenm\u00f6rder kaum Folgen von erlittenen Kindesmisshandlungen sein k\u00f6nnten, weil manche M\u00f6rder aus Familien stammten, die nach au\u00dfen weder zerr\u00fcttet noch besonders gewaltt\u00e4tig wirken w\u00fcrden. Wenn man sich allerdings die M\u00fche macht, genau nach der Erziehungspraxis der Eltern zu fragen, ergibt sich in allen F\u00e4llen ein Bild des Grauens, das den Taten des Serienm\u00f6rders in keiner Weise nachsteht. Im Gegenteil: Da die Perversionen an Kindern ver\u00fcbt wurden &#8211; und zwar \u00fcber Jahre &#8211; l\u00e4sst sich das, was man gew\u00f6hnlich Z\u00fcchtigung nennt, durchaus auch als Mord bezeichnen, als Mord an der Seele n\u00e4mlich. Wie das Buch &#8222;Base Instincts&#8220; von Jonathan Pincus zeigt (vgl. Thomas Gruners Artikel &#8222;Frenzy&#8220; auf dieser Website), ist es nicht einmal schwierig, Einzelheiten \u00fcber die Grausamkeit der Eltern zu erfahren, weil der Verbrecher diese selbst nur \u00e4u\u00dferst selten als pervers beurteilt; er sieht sie als eine ganz normale Erziehung, h\u00e4ngt wie fast alle anderen in der Kindheit misshandelten Menschen an seinen Eltern und sch\u00fctzt sie vor jedem Vorwurf. Der befragende Psychiater \u00fcbernimmt gew\u00f6hnlich dieses Urteil (wenn auch er seine eigenen Eltern nie in Frage gestellt hat) und kommt zu dem Schluss, dass der vor ihm sitzende Serienm\u00f6rder mit destruktiven Genen auf die Welt gekommen sein m\u00fcsse, die ihn zum Verbrechen treiben.<\/p>\n<p>Ich sah einmal einen Fernsehbericht \u00fcber die wachsende Jugendkriminalit\u00e4t. Der Reporter gab sich M\u00fche, die Motive der jungen Delinquenten zu verstehen, und befragte dar\u00fcber Staatsanw\u00e4lte, Polizeifunktion\u00e4re, Gef\u00e4ngnisdirektoren, die alle ohne Ausnahme mit Bedauern behaupteten, dass in keinem der F\u00e4lle irgendwelche Motive f\u00fcr die begangenen Morde bzw. schweren K\u00f6rperverletzungen festzustellen gewesen seien. Das sei typisch f\u00fcr die moderne Jugend, wurde dabei angemerkt. Als einzige Ursache der starken Erregung wurden h\u00f6chstens Alkohol oder Drogen genannt. Warum diese Leute zu Drogen greifen, wurde allerdings nicht gefragt. Dass diese Jugendlichen seit ihrer Kindheit mit einem erheblichen Rachedurst leben, der wie eine Zeitbombe in ihnen wirkt, scheinen all die befragten Beamten noch nie geh\u00f6rt zu haben.<\/p>\n<p>So arbeitet also ein Gef\u00e4ngnisdirektor seit 20 Jahren mit allen Problemen dieser Institution, aber offenbar hat ihn die Frage niemals interessiert, wie kriminell gewordene Jugendliche aufgewachsen sind und wer die Keime der Gewalt in ihre Seelen ges\u00e4t hat. Es ist ihm nie die Information aufgefallen, die fast in allen Protokollen \u00fcber die Tat zu finden ist, dass der T\u00e4ter ausrastet, wenn er sich beleidigt, gedem\u00fctigt oder erniedrigt f\u00fchlt. Als Kind durfte er nicht auf Erniedrigung reagieren, jetzt kann er es. Dass er dann prompt im Gef\u00e4ngnis landet, geh\u00f6rt zu seinem Zwang der Selbstbestrafung, denn im Grunde gibt er sich seit jeher selbst daf\u00fcr die Schuld, nicht geliebt worden zu sein. Das hat er ja von klein auf geh\u00f6rt.<\/p>\n<p>Er hat auch als gedem\u00fctigtes Kind nie lernen k\u00f6nnen, seinen starken Zorn straflos mit Worten auszudr\u00fccken, also greift er sofort zur Tat, wie er es bei seinen Eltern erfahren hat. Diese Lektion hat sein Gehirn sehr fr\u00fch gespeichert, und sie ist wirksam, sobald sich der Betroffene in seiner W\u00fcrde angegriffen f\u00fchlt. Da man aber die ersten, wirklichen Angreifer nicht beschuldigen darf, kommt mehr als die H\u00e4lfte der entlassenen H\u00e4ftlinge wieder ins Gef\u00e4ngnis zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Der Analytiker Frank M. Lachmann widmet in seinem Buch (&#8222;Aggression verstehen und ver\u00e4ndern&#8220;, Klett-Cotta, 2004) ein ganzes Kapitel dem Thema Serienmord und folgert, dass sich diese Menschen unserer F\u00e4higkeit der Empathie vollkommen entziehen. Er unterscheidet zwischen dem &#8222;schuldigen&#8220; (der \u00d6dipus von Freud) und dem &#8222;tragischen&#8220; Menschen (Kohut), dessen Signale in der Kindheit nicht ad\u00e4quat beantwortet wurden. F\u00fcr beide k\u00f6nne, so Lachmann, der Psychoanalytiker Empathie empfinden. Doch sowohl Serienm\u00f6rder als auch etwa Hitlers Handlanger bilden f\u00fcr ihn eine Kategorie, die sich angeblich unserem Verst\u00e4ndnis entziehen MUSS. Diese Verbrecher stellen nun das B\u00f6se an sich dar. (Ich weise hier noch einmal darauf hin, dass es mir nicht um Mitgef\u00fchl mit erwachsenen Sadisten geht, sondern um Verst\u00e4ndnis f\u00fcr das Leiden des Kindes, das sie waren.)<\/p>\n<p>Wie steht es also mit Terroranschl\u00e4gen, Genoziden wie in Ruanda, in Jugoslawien und an so vielen anderen Orten jetzt in der Welt? K\u00f6nnen wir uns vorstellen, dass Menschen sich in die Luft sprengen wollen, die in der Kindheit geliebt, besch\u00fctzt und respektiert wurden? Ich kann mich nicht damit abfinden, dass man diese Menschen, die tats\u00e4chlich zu grausamen Taten f\u00e4hig sind, als Ausgeburten eines abstrakten B\u00f6sen darstellt und sich weigert, die Wurzeln ihres Zerst\u00f6rungszwangs in ihrer Geschichte zu suchen. Diese lassen sich n\u00e4mlich ohne weiteres entdecken, wenn wir uns nicht nur \u00fcber die Verbrechen des Erwachsenen, sondern auch \u00fcber die in seiner Kindheit erlittene Folter entsetzen. Da gehen alle R\u00e4tsel auf. Dann stellen wir fest, dass es keinen einzigen Serien- oder Massenm\u00f6rder gibt, der nicht als Kind Opfer von zahlreichen Dem\u00fctigungen und seelischen Morden war. Doch um das sehen zu k\u00f6nnen, brauchen wir die Emp\u00f6rung, die uns im Zusammenhang mit der Kindheit gew\u00f6hnlich fehlt. Lachmanns Buch zeigt, dass nicht nur Psychiater, sondern auch Analytiker vor diesem Schritt zur Perspektive des kindlichen Leidens zur\u00fcckschrecken. F\u00fcr diese Blindheit bezahlt die Gesellschaft einen sehr hohen Preis. Denn k\u00f6nnte man dem ehemaligen Opfer helfen, sich gegen die Taten seiner Eltern aufzulehnen, w\u00fcrde ihm das unter Umst\u00e4nden gen\u00fcgen, um seinen Zwang, seine brutale Geschichte immer wieder unbewusst zu inszenieren, endlich aufzul\u00f6sen.<\/p>\n<p>    <span class=\"title\">Kindesmisshandlung &#8211; eine Familientradition<\/span><\/p>\n<p>Wenn wir uns mit der Dynamik des Wiederholungszwanges bekannt machen, k\u00f6nnen wir ihn in allen misshandelnden Familien feststellen. Die Art des Missbrauchs, der an den Kindern ver\u00fcbt wird, hat oft eine lange Vorgeschichte. Die gleichen Muster der Entw\u00fcrdigung, der Verwahrlosung, der Machtaus\u00fcbung, des Sadismus in den Familien lassen sich h\u00e4ufig auf mehrere Generationen zur\u00fcckf\u00fchren. Um dem Entsetzen ausweichen zu k\u00f6nnen, entwickelt man immer wieder neue Theorien. So haben sich z. B. einige Psychologen eine Theorie ausgedacht, nach der ihre Klienten nicht an der eigenen Kindheit leiden, sondern an den Geschichten und Problemen ihrer entfernten Vorfahren, die sie angeblich mit ihrer Erkrankung aufzul\u00f6sen suchen.<\/p>\n<p>Mit solchen Theorien kann man sich beruhigen, man braucht sich nicht die Kindheitsh\u00f6lle des Klienten vorzustellen und erspart sich die Emp\u00f6rung. Doch ist dies &#8211; \u00e4hnlich wie die genetische Begr\u00fcndung &#8211; nichts anderes als eine Flucht vor der schmerzhaften Realit\u00e4t. Es ist absurd, die Zunahme der Gewalt z.B. im heutigen Irak oder Genozide als Folgen destruktiver Gene zu deuten. Warum sollten pl\u00f6tzlich zu Hitlers oder Milosevic&#8217;s Zeiten so viele Menschen mit destruktiven Genen geboren worden sein? Und doch z\u00f6gern viele Intellektuelle nicht, an solche Erkl\u00e4rungen zu glauben. Sie glauben an das B\u00f6se schlechthin, um sich den Schmerz dar\u00fcber zu ersparen, dass zahlreiche Eltern ihre Kinder aus unbewusstem Hass qu\u00e4len, unabh\u00e4ngig davon, mit welcher Rechtfertigung sie ihre Gewaltt\u00e4tigkeit tarnen. Doch das ist die Wahrheit, und wenn man sie nicht fliehen muss, kann man etwas gewinnen. Man verl\u00e4sst dann den mittelalterlichen Glauben an den Teufel (die Gene), die Kette der Gewalt wird sichtbar und auch, dass sie unterbrochen werden k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Sadistische Eltern sind nicht vom Himmel geschickt worden, sie wurden als Kinder ebenso sadistisch behandelt &#8211; daran besteht gar kein Zweifel. Wer das Gegenteil behauptet, will die Realit\u00e4t verdr\u00e4ngen, dass ein gequ\u00e4ltes Kind nicht nur wie das Opfer eines M\u00f6rders einen Tod erleidet, sondern unz\u00e4hlige seelische Tode und Folterungen im Laufe der ersten formenden Jahre seines Lebens, und zwar seitens der Menschen, von denen es abh\u00e4ngig ist und die es sich nicht ersetzen kann.<\/p>\n<p>In Deutschland wurde k\u00fcrzlich vom Tod eines siebenj\u00e4hrigen M\u00e4dchens namens Jessica berichtet, das von seiner Mutter ausgehungert worden war und neun Kilogramm wog, als es starb. Die Presse bekundete Entsetzen, es wurde eine Trauerfeier veranstaltet mit Blumen, Kerzen und sch\u00f6nen Worten, wie es sich geh\u00f6rt. Tote und ungeborene Kinder werden weltweit geliebt und betrauert, nur das Leiden der lebenden Kinder immer wieder auffallend bagatellisiert. Bei der Feier und in der Presse stellte sich daher niemand die Frage, wie es dazu gekommen sei, dass eine Mutter ihr Kind verhungern l\u00e4sst, dass sie \u00fcber Jahre ruhig mit ansehen kann, wie sein K\u00f6rper langsam abstirbt, gar nichts dabei empfindet und das Kind allein seinen Qualen \u00fcberl\u00e4sst.<\/p>\n<p>Es f\u00e4llt uns schwer, uns einen solchen Sadismus vorzustellen, obwohl wir nur sechzig Jahre von Auschwitz entfernt sind, von dem Ort, an dem man gewollt Millionen verhungern und sie auf ihren Tod warten lie\u00df. Weder damals, noch sp\u00e4ter, noch heute stellte man sich indessen die Frage, wie es dazu kommt, dass Menschen so sadistisch WERDEN: Wie wurden sie erzogen, wie wurde ihnen die F\u00e4higkeit genommen, sich gegen das Unrecht aufzulehnen, das grausame Tun ihrer Eltern zu erkennen und sich dagegen zu wehren? Im Gegenteil, es wurde ihnen beigebracht, jede Form von Sadismus der Eltern zu billigen. Und dies konnte ungehindert geschehen, weil jedes Kind seine Eltern lieben m\u00f6chte und die Wahrheit nicht sehen will. Die Wahrheit ist zu grausam, um sie als Kind auszuhalten, also schaut das Kind weg. Doch der K\u00f6rper hat nichts vergessen, und der Erwachsene praktiziert den Sadismus seiner Eltern unbewusst, wie automatisch, bei seinen Kindern, mit seinen Untergebenen, mit allen, die von ihm abh\u00e4ngig sind. Er wei\u00df nicht, dass er mit anderen das gleiche macht wie seine Eltern einst mit ihm, als er vollkommen von ihnen abh\u00e4ngig war. Manche ahnen es und suchen therapeutische Hilfe. Doch was finden sie dort?<\/p>\n<p>    <span class=\"title\">Therapie &#8211; Neutralit\u00e4t versus Parteilichkeit<\/span><\/p>\n<p>In meiner Ausbildung zur Psychoanalytikerin wurde viel Wert darauf gelegt, dass der Analytiker neutral bleibt. Dies geh\u00f6rte zu den Grundregeln, die seit Freud als selbstverst\u00e4ndlich galten und streng befolgt werden mussten. Damals dachte ich noch nicht, dass diese Regel mit dem Zwang zusammenhing, die Eltern des Patienten vor jedem Vorwurf zu sch\u00fctzen. Meine Kollegen schienen keine Probleme mit der Wahrung der Neutralit\u00e4t zu haben, sie schienen nicht daran interessiert zu sein, die Qualen eines geschlagenen, gedem\u00fctigten und inzestu\u00f6s ausgebeuteten Kindes nachzuempfinden. Vielleicht waren einige von ihnen ja auch Opfer solcher Qualen. Da sie aber in ihrer Lehranalyse ebenfalls mit der von Freud geforderten Neutralit\u00e4t behandelt worden waren, hatten sie keine Gelegenheit, ihre eigenen verleugneten Schmerzen zu entdecken. Um dazu in der Lage zu sein, h\u00e4tten sie nicht einen neutralen, sondern einen parteilichen Therapeuten gebraucht, einen Begleiter, der ganz auf der Seite des einst gequ\u00e4lten Kindes st\u00fcnde und sich \u00fcber das dem einstigen Kind zugef\u00fcgte Unrecht emp\u00f6rte, BEVOR der Klient \/ die Klientin selbst dazu f\u00e4hig ist. Die meisten Klienten kennen n\u00e4mlich am Beginn der Therapie keine Emp\u00f6rung. Sie erz\u00e4hlen zwar von Fakten, die emp\u00f6rend sind, aber sie f\u00fchlen dabei keine Auflehnung, nicht nur weil sie von ihren Gef\u00fchlen getrennt sind, sondern weil sie nicht wissen, dass es \u00fcberhaupt andere Eltern geben kann.<\/p>\n<p>Ich habe immer wieder die Erfahrung gemacht, dass meine genuine Emp\u00f6rung \u00fcber das, was dem Patienten oder der Patientin in seiner \/ ihrer Kindheit zugemutet wurde, ein wichtiges Vehikel der Therapie war. Dies l\u00e4sst sich ganz besonders in Gruppen feststellen. Jemand erz\u00e4hlt z. B. in ruhigem Ton oder sogar l\u00e4chelnd, dass er \/ sie als Kind im dunklen Keller f\u00fcr Stunden eingesperrt wurde, wenn das Kind den Eltern widersprochen hatte. In der Gruppe h\u00f6rt man ein Raunen der Best\u00fcrzung. Doch der Betreffende ist noch nicht so weit, er kann keine Vergleiche ziehen. F\u00fcr ihn war diese Behandlung normal.<\/p>\n<p>Mir sind auch Menschen begegnet, die etliche Jahre mit Prim\u00e4rtherapeuten gearbeitet hatten und m\u00fchelos \u00fcber das in der Kindheit erfahrene Leiden weinen konnten, doch sie waren trotzdem weit davon entfernt, sich \u00fcber den erfahrenen Inzest oder die perversen Pr\u00fcgelrituale der Eltern zu emp\u00f6ren. Sie hielten die erfahrenen Vergewaltigungen f\u00fcr normale Bestandteile jeder Kindheit und meinten, die blo\u00dfe Entdeckung ihrer alten Gef\u00fchle w\u00fcrde sie heilen. Nicht immer ist es so, jedenfalls dann nicht, wenn die starke Bindung an die unbewussten Eltern und die an sie gestellten Erwartungen weiterhin bestehen. Ich meine, dass beides nicht aufgel\u00f6st werden kann, solange der Therapeut neutral bleibt. Das ist mir in Gespr\u00e4chen mit Kolleginnen aufgefallen, die korrekt mit den Klienten am Zugang zu deren Emotionen arbeiteten, aber selbst noch nicht frei waren von der Idealisierung ihrer eigenen Eltern. Sie konnten ihren Klienten erst helfen, nachdem sie ermutigt worden waren, ihre eigenen Gef\u00fchle zuzulassen und die Emp\u00f6rung auszudr\u00fccken, die die Perversionen der Eltern der Klienten in ihnen als Therapeuten ausl\u00f6sten.<\/p>\n<p>Das hatte oft eine starke Wirkung, es war, als h\u00e4tte man den Damm entfernt, der einen Fluss blockierte. Manchmal brachte die Emp\u00f6rung der Therapeutin beim Klienten seinerseits rasch eine Lawine der Emp\u00f6rung ins Rollen. Nicht immer war dies der Fall. Es gab Klienten, die daf\u00fcr Wochen, Monate oder gar Jahre brauchten. Doch durch die Offenheit der Zeugin kam ein Prozess der Befreiung in Gang, der bisher durch die Moral der Gesellschaft blockiert war. Der Umbruch geschah dank der engagierten, freieren Haltung der Therapeutin, die dem einstigen Kind zeigen konnte, dass es \u00fcber das Verhalten seiner Eltern entsetzt sein D\u00dcRFE und dass JEDER F\u00dcHLENDE MENSCH DAR\u00dcBER ENTSETZT W\u00c4RE MIT AUSNAHME DESJENIGEN, DER SELBST DAS EINST GEQU\u00c4LTE KIND WAR.<\/p>\n<p>Es mag sein, dass meine Ausf\u00fchrungen so verstanden werden, als schriebe ich Rezepte f\u00fcr Therapeuten und w\u00fcrde ihnen raten, sich zu emp\u00f6ren, um ihren Klienten zum Durchbruch zu verhelfen. Das w\u00e4re ein gro\u00dfes Missverst\u00e4ndnis. Ich kann niemandem raten, Gef\u00fchle zu haben, die er nicht hat, und niemand kann solche Ratschl\u00e4ge befolgen. Ich nehme aber an, dass es Therapeuten gibt, die ehrlich dar\u00fcber emp\u00f6rt sind, wenn sie vom skandal\u00f6sen Verhalten der Eltern ihrer Klienten erfahren. Es ist durchaus m\u00f6glich, dass manche von ihnen meinen, sie d\u00fcrften ihrer Emp\u00f6rung keinen Ausdruck verleihen, weil sie in der Ausbildung gelernt haben, dies m\u00fcsse auf jeden Fall unterbleiben. Innerhalb der Freudschen Schule haben sie sogar gelernt, ihre Gef\u00fchle als Gegen\u00fcbertragung aufzufassen, d. h. als blo\u00dfe Reaktionen auf die Gef\u00fchle des Klienten. So sind sie daran gew\u00f6hnt, ihre eigenen Gef\u00fchle, ihre verst\u00e4ndliche, einfache Reaktion auf Grausamkeit, weder wahrzunehmen noch auszudr\u00fccken.<\/p>\n<p>In einer solchen Therapie bleibt der Klient in seiner kindlichen Angst befangen und wagt es nicht, seine befreienden Emotionen zum Ausdruck zu bringen und seinen Zorn, seine Emp\u00f6rung als eine normale Reaktion auf Grausamkeit und Perversion zu erleben. So m\u00f6chte ich hier Therapeuten ermutigen, ihren eigenen Gef\u00fchlen zu folgen, diese nicht als Gegen\u00fcbertragung zu missdeuten, sondern sie ernst zu nehmen, zu ihnen zu stehen und sie zu artikulieren. Es wird ihnen leichter fallen, die Emp\u00f6rung zuzulassen, weil sie nicht Kinder dieser Eltern waren und im Gegensatz zu ihren Klienten eher die M\u00f6glichkeit haben, eine bestimmte Form der Perversion nicht als normales Verhalten zu bewerten. Jeder Therapeut kann die Wahrheit meiner Behauptungen selbst \u00fcberpr\u00fcfen. Auf keinen Fall w\u00fcrde ich ihm raten, etwas anzuwenden, was nicht seinen Gef\u00fchlen entspricht und wovon er nicht selber aus eigener Erfahrung \u00fcberzeugt ist.<\/p>\n<p>Die allgemeine Tendenz, dem Gef\u00fchl der Emp\u00f6rung auszuweichen, ist verst\u00e4ndlich, denn dieses Gef\u00fchl kann leicht die Empfindung der kindlichen Ohnmacht ausl\u00f6sen und die Erinnerungen an die Zeit, in der mancher von uns ausweglos dem Sadismus der Erwachsenen ausgeliefert war und sich nicht wehren durfte. Dass auch ich trotz all meiner Bem\u00fchungen von dieser Tendenz zur Flucht nicht frei bin, wurde mir k\u00fcrzlich durch einen Leserbrief bewusst. Die Leserin schrieb, dass ihre Tochter bei einem telefonischen Notdienst f\u00fcr Opfer ritueller Kindesmisshandlungen arbeitet und dort erfahren hat, dass in einzelnen F\u00e4llen Kinder gezwungen wurden, Babys umzubringen. Ich wurde darauf aufmerksam, dass ich in &#8222;Das verbannte Wissen&#8220; geschrieben hatte, das gefolterte Kind glaube, es habe das Baby in sich umgebracht, als es verpflichtet war, zu l\u00fcgen und zu schweigen. Doch offenbar ist es nicht ausgeschlossen, dass man Kinder im Rahmen perverser Rituale tats\u00e4chlich zwingt, Babys zu t\u00f6ten, wie man sie auch bisweilen n\u00f6tigt, Tiere zu qu\u00e4len.<\/p>\n<p>Es ist begreiflich, dass wir am liebsten nichts davon h\u00f6ren m\u00f6chten und Menschen, die so handeln, eher als Monster ansehen wollen. Da wir aber heute zunehmend mit terroristischen Gewalttaten konfrontiert sind, k\u00f6nnen wir es uns nicht leisten, Perverse zu d\u00e4monisieren, und nicht verstehen zu wollen, wie sie zu Sadisten gemacht wurden. Denn die Produktion der Perversion setzt sich ungehindert fort. Wenn wir nicht lernen, diese Zusammenh\u00e4nge zu durchschauen und die Eltern an der Aus\u00fcbung ihrer perversen Erziehungspraktiken zu hindern, wird die k\u00fcnftige Menschheit an ihrer verbl\u00fcffenden Ignoranz zugrunde gehen.<\/p>\n<p>Alice Miller.<\/p>\n<p>zum Weiterlesen: <a href=\"\/de\/frenzy\/\">Frenzy<\/a> (der angef\u00fchrte Artikel von Thomas Gruner).<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"colonne-gauche\">\n<ul class=\"fleche\" style=\"margin-top:15px;\">\n<li class=\"fleche\"><a \nhref=\"\/de\/faq-wie-findet-man-einen-guten-therapeuten\/\">FAQ: Wie findet man<br \/>\neinen guten Therapeuten ?<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<div class=\"separateur\" style=\"margin-bottom:15px;\">Alice Miller<\/div>\n<ul class=\"lcp_catlist\" id=\"lcp_instance_0\"><li><a href=\"http:\/\/www.alice-miller.com\/de\/therapeutenliste\/\">Therapeutenliste<\/a><\/li><li><a href=\"http:\/\/www.alice-miller.com\/de\/auflosung-der-folgen-von-kindesmisshandlungen\/\">Aufl\u00f6sung der Folgen von Kindesmisshandlungen<\/a><\/li><li><a href=\"http:\/\/www.alice-miller.com\/de\/wir-konnen-die-ursachen-fur-unser-leiden-finden\/\">Wir k\u00f6nnen die Ursachen f\u00fcr unser Leiden finden<\/a><\/li><li><a href=\"http:\/\/www.alice-miller.com\/de\/aus-dem-gefangnis-der-schuldgefuhle\/\">Aus dem Gef\u00e4ngnis der Schuldgef\u00fchle<\/a><\/li><li><a href=\"http:\/\/www.alice-miller.com\/de\/der-fall-jessica\/\">Der Fall Jessica<\/a><\/li><li><a href=\"http:\/\/www.alice-miller.com\/de\/der-blanke-sadismus\/\">Der blanke Sadismus<\/a><\/li><li><a href=\"http:\/\/www.alice-miller.com\/de\/der-langste-weg\/\">Der l\u00e4ngste Weg<\/a><\/li><li><a href=\"http:\/\/www.alice-miller.com\/de\/was-ist-hass\/\">Was ist Hass?<\/a><\/li><li class=\"current\"><a href=\"http:\/\/www.alice-miller.com\/de\/emporung-als-vehikel-der-therapie\/\">Emp\u00f6rung als Vehikel der Therapie<\/a><\/li><li><a href=\"http:\/\/www.alice-miller.com\/de\/depression-der-zwang-zum-selbstbetrug\/\">Depression &#8211; 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B. \u00fcber das Qu\u00e4len von Tieren, die Ausbeutung der Natur, Folterungen, Despotismus), und es ist nat\u00fcrlich, dass wir mit starken Gef\u00fchlen darauf reagieren. Zumindest ein [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[75],"tags":[],"class_list":["post-2914","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-am"],"aioseo_notices":[],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.alice-miller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2914","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.alice-miller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.alice-miller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.alice-miller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.alice-miller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2914"}],"version-history":[{"count":2,"href":"http:\/\/www.alice-miller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2914\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2917,"href":"http:\/\/www.alice-miller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2914\/revisions\/2917"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.alice-miller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2914"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.alice-miller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2914"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.alice-miller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2914"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}