{"id":2953,"date":"2005-03-01T13:13:53","date_gmt":"2005-03-01T12:13:53","guid":{"rendered":"http:\/\/www.alice-miller.com\/de\/?p=2953"},"modified":"2015-12-02T13:15:06","modified_gmt":"2015-12-02T12:15:06","slug":"frenzy","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.alice-miller.com\/de\/frenzy\/","title":{"rendered":"Frenzy"},"content":{"rendered":"<div class=\"colonne-droite\">\n<p align=\"right\">von <b>Thomas Gruner<\/b><\/p>\n<h1 style=\"padding-top:10px;\">Frenzy<br \/><span class=\"soustitre\">Tuesday 01 March 2005<\/span><\/h1>\n<p>Kindheit, Hass und der Zwang zu t\u00f6ten: &#8222;Base Instincts &#8211; What Makes Killers Kill?&#8220;<br \/>\nvon Jonathan Pincus<\/p>\n<p>Der bekannte Hollywood-Regisseur Alfred Hitchcock gab seinem letzten, in den siebziger Jahren produzierten Film den Titel &#8222;Frenzy&#8220; und beschrieb damit den Zustand des Protagonisten, eine besondere Spielart des Wahns, der diesen zwang, Frauen zu erw\u00fcrgen. Gerade die Popul\u00e4rkultur stellt h\u00e4ufig Menschen dar, die aus den moralischen \u00dcbereink\u00fcnften herausfallen und scheinbar grundlos grausame, auch schwer nachvollziehbare Verbrechen begehen. Ein weiteres Beispiel hierf\u00fcr ist etwa der Film &#8222;Das Schweigen der L\u00e4mmer&#8220;: der M\u00f6rder Hannibal Lector, der seine Opfer h\u00e4utete und verspeiste. Das gro\u00dfe Publikumsinteresse an dieser Thematik reflektiert, ungeachtet der Intentionen der Unterhaltungsindustrie, dass die (landl\u00e4ufig sogenannten) &gt;Verr\u00fcckten, Durchgeknallten und Irren&lt; auf viele Menschen eine seltsame Faszination aus\u00fcben; es scheint so, als ob sie uns etwas mitteilten, das r\u00e4tselhaft bleibt, uns aber doch etwas angeht, wenn auch nur aus weiter Ferne.<\/p>\n<p>Der amerikanische Neurologe Jonathan Pincus befragte zahlreiche gewaltt\u00e4tige Kriminelle und Serienm\u00f6rder, die in amerikanischen Gef\u00e4ngnissen auf die Vollstreckung der Todesstrafe warteten. Meist wurde er von der Verteidigung beauftragt, durch neurologische Untersuchungen Material zu liefern, das helfen k\u00f6nnte, die Todesstrafe in eine lebensl\u00e4ngliche Haft umzuwandeln.<br \/>\nPincus war von Beginn seiner beruflichen Laufbahn an interessiert, die Ursachen extremer Gewaltt\u00e4tigkeit zu untersuchen. Hierbei konzentrierte er sich zun\u00e4chst nicht unbedingt auf die Familiengeschichte der einzelnen H\u00e4ftlinge. Er erwartete kein bestimmtes Ergebnis, sondern offenbar erschloss sich ihm selbst erst allm\u00e4hlich das Ausma\u00df der an Kindern ver\u00fcbten Misshandlungen und ihrer Langzeitfolgen. Die Resultate seiner Befragungen stellte der Autor 2001 mit seinem Buch &#8222;Base Instincts&#8220; der amerikanischen \u00d6ffentlichkeit vor.<\/p>\n<p>Die Interviews mit Gewaltverbrechern, &#8222;serial killers&#8220; und ihren Familienangeh\u00f6rigen lieferten ohne jede Ausnahme schl\u00fcssige und eindeutige Beweise daf\u00fcr, dass:<\/p>\n<p>   1. s\u00e4mtliche T\u00e4ter in ihrer Kindheit extremer k\u00f6rperlicher und sexueller Gewalt durch die Eltern ausgesetzt waren,<br \/>\n   2. der konkrete Ablauf der Morde \u00fcberwiegend ein Spiegelbild der als Kind erlittenen Brutalit\u00e4t darstellt,<br \/>\n   3. die Kontrolle der seit der Kindheit aufgestauten Aggressionen und \u00fcberbordenden Hassgef\u00fchle nicht durch einen genetischen Defekt, sondern durch Fehlentwicklungen und Sch\u00e4digungen verhindert wird, die bereits das Gehirn des kleinen Kindes als Folge brutaler Misshandlung oder schon w\u00e4hrend der Schwangerschaft aufgrund des Drogenkonsums der Mutter davontrug,<br \/>\n   4. Armut und soziale Verelendung das Ausagieren aggressiver Impulse verst\u00e4rken und f\u00f6rdern k\u00f6nnen, aber nicht verursachen (denn ein nicht kleiner Teil der Serienm\u00f6rder stammt aus wei\u00dfen Mittelstandsfamilien, die Produktion von Hass und Perversionen betrifft also alle gesellschaftlichen Schichten),<br \/>\n   5. den Morden ein starkes Bed\u00fcrfnis nach Rache und Vergeltung f\u00fcr das eigene erlittene Unrecht zugrunde liegt,<br \/>\n   6. alle T\u00e4ter es nicht wagten, ihre misshandelnden Eltern eindeutig anzuklagen, die selbst erlittene Gewalt zu verurteilen, auch wenn ihnen Fakten aus der Kindheit bekannt waren,<br \/>\n   7. die im Zusammenhang mit den Taten ausagierten sexuellen Perversionen identisch waren mit den Perversionen der Eltern, deren Opfer das Kind einst wurde,<br \/>\n   8. die Biographie der M\u00f6rder eine Art geschlossenes System des Schreckens darstellt, der an die Gesellschaft zur\u00fcck gegeben wird, indem Unbeteiligte und ihre Angeh\u00f6rigen ebenso gequ\u00e4lt werden und leiden m\u00fcssen, wie ehemals das Kind.<\/p>\n<p>Pincus argumentiert frei von psychotherapeutischen oder ideologischen Dogmen. Er stellt einfache, aber klare Fragen und bringt damit eindeutige und leicht zu verstehende Antworten zum Vorschein. Mir ist nicht bekannt, welches Echo das Buch in der amerikanischen \u00d6ffentlichkeit gefunden hat. Es enth\u00e4lt nat\u00fcrlich eine Provokation, weil es den amerikanischen Mythos der gl\u00fccklichen und heilen Familie in Frage stellt und zeigt, dass die Zerst\u00f6rung der Gesellschaft auch von innen heraus, in der Familie ihren Anfang nimmt. Nahezu gar nichts ist heil im Paradies: Vielleicht war der Autor \u00fcber diesen Befund selbst erschrocken. (Ich fand lediglich den Kommentar eines deutschen Forensikers, der offenbar die seltsame Auffassung vertritt, die von Pincus dokumentierten Fakten seien erstens l\u00e4ngst bekannt und zweitens m\u00fcssten sie unwahr sein, denn ein derartiges Ausma\u00df an Kindesmisshandlungen k\u00f6nne es nun einmal nicht geben.)<br \/>\nDer Wert dieses Buches ist, wie ich meine, weniger in seinen Ergebnissen zu sehen (die in der Tat l\u00e4ngst Bestandteil des Allgemeinwissens sein sollten, aber eben noch h\u00e4ufig ignoriert oder verspottet werden), sondern vielmehr in der Beweiskraft, der zwingenden Logik der von Jonathan Pincus pr\u00e4sentierten Biographien. Entscheidend dabei ist, dass diese Logik auf jede Lebensgeschichte eines in der Kindheit misshandelten oder vernachl\u00e4ssigten Menschen \u00fcbertragbar ist. Die Biographie ist immer ein Spiegel der Kindheit, ein Mensch lebt genau so, wie mit ihm einst umgegangen wurde. Das Leben des Erwachsenen erz\u00e4hlt in all seinen Facetten gleichsam die Geschichte des Kindes, das er war.<\/p>\n<p>In der Frage der Behandlung der schweren Perversionen und ungeheuer aggressiven Impulse konzentriert sich der Autor mehr auf die Verabreichung von Medikamenten, was insofern einleuchten k\u00f6nnte, als das Gemeinwesen, aber auch Mith\u00e4ftlinge gerade vor Serienm\u00f6rdern zun\u00e4chst gesch\u00fctzt werden m\u00fcssen. Das Buch l\u00e4sst die Frage offen, ob und in welchem Ma\u00dfe extreme seelische und mentale Sch\u00e4digungen tats\u00e4chlich &#8222;geheilt&#8220; werden k\u00f6nnen. In einem anderen Zusammenhang, n\u00e4mlich bei der Lekt\u00fcre der Briefe J\u00fcrgen Bartschs an den Journalisten Paul Moor, dr\u00e4ngte sich mir immer wieder die Frage auf, ob Bartsch den Zwang zu m\u00f6rderischen Inszenierungen nicht h\u00e4tte aufl\u00f6sen k\u00f6nnen, gerade weil er seiner Kindheitsgeschichte n\u00e4her kam und offenbar ein echtes Entsetzen \u00fcber seine eigenen Verbrechen zum Ausdruck brachte. Ich frage lediglich, eine Antwort gibt es nicht. Wie J\u00fcrgen Bartsch sp\u00e4ter mit dem Bewusstsein seiner Schuld h\u00e4tte weiter leben k\u00f6nnen, entzieht sich dabei meiner Vorstellungskraft (Moor, Paul: &#8222;J\u00fcrgen Bartsch &#8211; Selbstbildnis eines Kinderm\u00f6rders&#8220;; Reinbek bei Hamburg 2003, Rowohlt Taschenbuch).<br \/>\nDen Aspekt des Umgangs mit der Destruktivit\u00e4t halte ich in jedem Fall f\u00fcr entscheidend, denn diese artikuliert sich ja nicht nur in Morden oder durch Gewalt gegen\u00fcber den eigenen Kindern, sondern oft auch in selbstzerst\u00f6rerischen Verhaltensmustern, deren Wurzeln sehr wahrscheinlich ganz am Beginn eines Menschenlebens zu suchen sind, einer Zeit, die der herk\u00f6mmlichen Erinnerungsf\u00e4higkeit nicht zug\u00e4nglich ist. Wir stehen noch sehr am Anfang der \u00dcberlegung, was einer so fr\u00fchen und hartn\u00e4ckigen Pr\u00e4gung entgegen gesetzt werden kann. Sicher geht es um die Identifikation mit dem eigenen Kinderschicksal, aber das einst Erworbene, Aufgezwungene wird doch sp\u00e4ter nicht einfach verlernt, vergessen oder au\u00dfer Kraft gesetzt.<\/p>\n<p>Pincus zeigt allerdings, dass eine Entwicklung zur Gewaltt\u00e4tigkeit in vielen F\u00e4llen rechtzeitig verhindert werden k\u00f6nnte. Dies belegt anschaulich die von ihm beschriebene Arbeit einer &#8222;Social Health&#8220;-Organisation im amerikanischen Bundesstaat Hawaii, die sogenannten Problemfamilien \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum eine intensive sozialtherapeutische Betreuung anbot, wodurch bereits bestehende massive Verhaltensauff\u00e4lligkeiten der Kinder einer erstaunlichen Ver\u00e4nderung zug\u00e4nglich waren. Die Eltern erhielten Hilfen im Umgang mit ihren eigenen Aggressionen, ihnen wurde \u00fcberhaupt erst vermittelt, dass Kinder Bed\u00fcrfnisse haben, die beantwortet werden m\u00fcssen.<br \/>\nWenn diese keineswegs tiefenpsychologisch orientierte Unterst\u00fctzung in relativ kurzer Zeit eine produktive Entwicklung in Gang setzte, wie effizient k\u00f6nnte sich erst eine Gesellschaft selbst helfen, wenn sie das Wissen um die verheerenden Folgen der Kindesmisshandlung endlich zulassen und entsprechend notwendige Angebote der Hilfe konzipieren und finanzieren w\u00fcrde. Dass die gegenw\u00e4rtigen Systeme daran kein Interesse haben, weil die vorhandenen Reicht\u00fcmer lieber weiterhin von einer relativ kleinen Kaste vergeudet werden sollen, liegt auf der Hand und bedarf keiner Diskussion.<\/p>\n<p>&#8222;Base Instincts&#8220; erschien noch nicht in deutscher Sprache, deshalb war es mir wichtig, das Buch auf dieser Webseite ausf\u00fchrlich vorzustellen, auch als Erg\u00e4nzung zu meinem Artikel &#8222;Perversion und Gesellschaft&#8220;, der hier im vergangenen Jahr publiziert wurde. Ich habe mich daf\u00fcr entschieden, die Geschichte des Prostituiertenm\u00f6rders Whitney Post in Ausz\u00fcgen zu \u00fcbersetzen, weil dieser von Pincus untersuchte &#8222;Fall&#8220; ohne die Notwendigkeit von Analysen und Deutungen die von mir eingangs formulierten acht Punkte unmittelbar plausibel macht (Kapitel 6: &#8222;Anatomy of Evil&#8220;, S. 128 bis 156 der Taschenbuchausgabe). Eigene Kommentare f\u00fcge ich nur zur\u00fcckhaltend, in Form kurzer \u00dcberschriften, ein.<\/p>\n<p>Auf bizarre Sexualdelikte reagieren die \u00d6ffentlichkeit und die Medien mit ostentativ zur Schau getragenem Unverst\u00e4ndnis. Spektakul\u00e4r wird \u00fcber grausame Verbrechen berichtet, um sie sogleich wieder zu vergessen. Die innere Logik und die Folgerichtigkeit der Gewaltdelikte werden dabei leider \u00fcbersehen.<br \/>\nPost stellte zu fast allen seinen Opfern zun\u00e4chst eine Art Vertrauensverh\u00e4ltnis her. Er bat sie in seinen Lastwagen und fuhr mit ihnen in die Au\u00dfenbezirke seines Wohnortes. Bevor er gewaltt\u00e4tig wurde, nahm er mehrmals die Dienste der Frauen in Anspruch, die sich so im Kontakt mit ihm sicher f\u00fchlten und zu weiteren Zugest\u00e4ndnissen im Rahmen der sexuellen Praktiken bereit waren. Da einige Frauen die \u00dcbergriffe \u00fcberlebten, sind Post&#8217;s Perversionen bezeugt.<br \/>\nDie Frauen wurden innerhalb eines akribischen Rituals gefesselt, immer so, dass sie ihren M\u00f6rder nicht ansehen konnten, die H\u00e4nde auf dem R\u00fccken, die Beine zusammengebunden. Post&#8217;s sexuelles Interesse galt zun\u00e4chst ihren F\u00fc\u00dfen. Sp\u00e4ter schlug er einige Frauen mit verschiedenen Gegenst\u00e4nden, auch seinem G\u00fcrtel, blutig. Je lauter eine Frau vor Schmerz schrie, je mehr sie in Panik geriet, umso brutaler wurde ihr M\u00f6rder. Er biss und verst\u00fcmmelte ihre F\u00fc\u00dfe, den ermordeten Frauen trennte er in der Regel schlie\u00dflich die F\u00fc\u00dfe ab. Einer Prostituierten wurden die Br\u00fcste amputiert.<br \/>\nDie \u00dcberlebenden stimmen darin \u00fcberein, dass sie w\u00e4hrend der Tortur entweder bewusstlos wurden oder in ihrer Todesfurcht in einen \u201adissoziativen&#8216; Zustand gerieten. Sie gaben keinen Laut mehr von sich und dies habe ihnen das Leben gerettet. Bei einigen Opfern entschuldigte sich Post nach der Tat, versuchte sie zu tr\u00f6sten und fuhr sie in die Stadt zur\u00fcck.<\/p>\n<p>\nWie sich Hass entl\u00e4dt, Post&#8217;s erstes Opfer, die Prostituierte Miss Griffith, sagt aus:<\/p>\n<p>    &#8222;&#8230; Als ich ihn bat, er m\u00f6ge nicht so fest zubei\u00dfen, machte er genau das Gegenteil. Er biss noch h\u00e4rter zu. Anstatt nur in meine F\u00fc\u00dfe zu bei\u00dfen, &#8230; biss er auch in meine Waden. Es war heftig, und je mehr ich schrie, umso st\u00e4rker biss er zu. &#8230; Ich schrie, ich wand mich, fragte ihn, warum er das mache. Ich sagte ihm, ich w\u00fcrde ihm das Geld zur\u00fcck geben. Ich erinnere mich, dass ich heiser wurde. Ich kann mich nicht daran erinnern, ob ich mich selbst noch schreien h\u00f6rte oder ob ich nur den Mund aufriss und keinen Laut mehr von mir geben konnte. &#8230; Er biss mich in die rechte Seite meiner Brust. &#8230; Er besa\u00df etwas, das scharf genug war, in meine Fu\u00dfsohle zu schneiden. &#8230; Ich konnte das nicht deutlich sehen, aber es sah aus, wie ein Dosen\u00f6ffner &#8230; Er schnitt meine Fu\u00dfsohle ab. &#8230; Er hatte meine Beine und F\u00fc\u00dfe l\u00e4ngere Zeit geschlagen. Dann fing er an, meine Fu\u00dfsohle abzuschneiden. Und er sagte mir, er w\u00fcrde meine Br\u00fcste oder mein Ges\u00e4\u00df abschneiden und ich sollte mir aussuchen, was mir lieber w\u00e4re. Ich w\u00e4hlte den Hintern. &#8230; Ich versuchte, zu entkommen, aber ich verlor meine Kr\u00e4fte. Ich war zu stark gefesselt. Ich erinnere mich, dass ich nass geschwitzt war durch die Versuche, mich zu befreien. Ich erinnere, wie ich meine Energie vollkommen verlor. Dann f\u00fchlte ich mich v\u00f6llig von mir abgespalten. Ich wei\u00df noch, dass ich ab einem gewissen Punkt sehr ruhig wurde und unf\u00e4hig war, irgendetwas zu sagen oder zu machen. Und dann h\u00f6rte er auf. &#8230; Er l\u00f6ste die Fesseln &#8230; und verlie\u00df den Wagen. Ich zog mich so schnell wie m\u00f6glich an. Ich bemerkte, dass meine F\u00fc\u00dfe bluteten, aber ich hatte nichts, um die Blutung zu stoppen. Ich zog einfach meine Str\u00fcmpfe und Schuhe an. &#8230; Dann fragte ich ihn: &gt;Warum hast du das nach der ganzen Zeit, die wir uns kennen, getan? Warum hast du mich laufen lassen?&lt; Und er sagte: &gt;Ich habe in meinem Leben noch niemanden umgebracht.&lt; &#8230; Er brachte mich den ganzen Weg wieder zur\u00fcck und setzte mich da ab, wo ich es wollte. Und dann, als ich aus dem Wagen stieg, k\u00fcsste er mich zum Abschied auf die Wange. &#8230;&#8220;<\/p>\n<p>\nWhitney Post ist Angeh\u00f6riger der wei\u00dfen Mittelschicht und zum Zeitpunkt der Befragungen 32 Jahre alt, verheiratet, selbst\u00e4ndig t\u00e4tig. Er ermordete sechs Prostituierte und qu\u00e4lte weitere Frauen. Alle anderen Fakten erz\u00e4hlen er selbst sowie seine Geschwister.<\/p>\n<p>Ein frommes Heim, die L\u00fcste der Eltern und die Panik der Kinder:<\/p>\n<p>    &#8222;Sein [Post&#8217;s] Vater, Hubert, war Pfarrer in einer fundamentalistischen Kirchengemeinde. Das vom Vater angeordnete Lesen und Auslegen der Bibel betraf s\u00e4mtliche Bereiche des Familienlebens, in dem die Achtung vor den Eltern die oberste Regel darstellte. So sprach Whitney nur ungern mit seiner Mutter, denn wenn er anderer Meinung war als sie, wurde dies als \u201aWiderrede&#8216; betrachtet, was zu der Drohung f\u00fchrte: \u201aGeh&#8216; in dein Zimmer und warte, bis dein Vater heim kommt.&#8216; Whitney beschrieb sein Zimmer als ein Gef\u00e4ngnis, in dem er auf die Bestrafung zu warten hatte. Manchmal kam Hubert erst Stunden sp\u00e4ter und in der Zwischenzeit zitterte Whitney aus Furcht vor den zu erwartenden Schl\u00e4gen.<br \/>\n    Die Bestrafung hatte immer einen rituellen Charakter. Wenn der Vater eintraf, zwang er Whitney, auf seinem Bett zu knien oder auf dem Bauch zu liegen, wobei er seine H\u00e4nde hinter dem R\u00fccken mit einem G\u00fcrtel oder Strick fesselte, so dass es dem Jungen unm\u00f6glich war, sich zu sch\u00fctzen. Hubert zerrte Whitney&#8217;s Unterhosen bis zu den Kn\u00f6cheln und machte auf diese Weise auch seine Beine unbeweglich. Whitney war es verboten, sich zu bewegen, zu protestieren oder zu weinen, andernfalls h\u00e4tte er noch mehr Peitschenhiebe riskiert. Whitney musste sein Gesicht in die Kissen dr\u00fccken, ihm war untersagt, zu sehen, wie der Vater die Hiebe mit dem G\u00fcrtel austeilte. Whitney wurde zehn- bis zwanzigmal auf sein Ges\u00e4\u00df, den R\u00fccken, die Schenkel und die Fu\u00dfsohlen geschlagen. Die Schl\u00e4ge dauerten mehrere Minuten und ereigneten sich zwei oder drei Mal w\u00f6chentlich in einem Zeitraum von zehn Jahren, zwischen Whitney&#8217;s f\u00fcnften und f\u00fcnfzehntem Lebensjahr &#8230;&#8220;<br \/>\n    &#8222;&#8230; Ich interviewte eine der j\u00fcngeren Adoptivschwestern, Michelle. &#8230; Sie sagte: &gt;Wenn unser Vater uns schlug, endete das immer in einer Art Rausch. Er war immer in einem Rausch. Wir wurden mit einem G\u00fcrtel geschlagen. Das waren nicht nur ein paar Schl\u00e4ge, sondern viele, ganz schnell hintereinander &#8230; . Du musstest dich hinknien und deine H\u00e4nde hinter dem R\u00fccken zusammen halten. Nur die Jungs mussten die Hosen f\u00fcr Dad herunter lassen, aber Mom schlug sowohl die Jungen als auch die M\u00e4dchen mit den H\u00e4nden oder einer Fliegenklatsche auf das nackte Ges\u00e4\u00df und auf die F\u00fc\u00dfe. Mein Vater schlug mich auch, aber Whitney besonders hart. Man sollte meinen, er h\u00e4tte sich schlecht gef\u00fchlt, nachdem er jemanden so schwer gepr\u00fcgelt hatte. Aber Dad ging v\u00f6llig darin auf, er genoss es. &#8230; Ich betete immer, er m\u00f6ge bei einem Autounfall sterben, bevor er nach Hause k\u00e4me.&lt; &#8230;&#8220;<\/p>\n<p>\nDie Verwechslung von sexueller Ausbeutung mit Zuneigung, der Missbrauch als giftige Nahrung und die allgegenw\u00e4rtige Heuchelei:<\/p>\n<p>    &#8222;&#8230; Whitney erz\u00e4hlte, seine Mutter nahm einen Kleiderb\u00fcgel, wenn sie ihn schlug. Sie benutzte einen Kleiderb\u00fcgel aus Draht wie eine Peitsche, ein b\u00f6sartiges Instrument. Bei anderen Gelegenheiten disziplinierte sein Vater ihn und die Geschwister, indem er ihre Arme so lange quetschte, bis Bluterg\u00fcsse entstanden. &#8230; Dabei hatte der Vater stets \u201aeinen irren Blick&#8216;. Die Geschwister stimmten \u00fcberein, dass Whitney f\u00fcr die schwersten Bestrafungen ausersehen war.<br \/>\n    Das Familienklima war ausgesprochen missbilligend gegen\u00fcber allem, was Sexualit\u00e4t betraf. Weder die Funktion der Geschlechtsteile noch ihr anatomischer Name durften jemals erw\u00e4hnt werden. Allerdings gab es ein beachtliches verf\u00fchrerisches Verhalten, oft vermischt mit Bestrafungen. Massage war ein Teil des Familienlebens. Es gab in der Familie keinerlei Zuwendung oder Umarmungen, aber Massage bot die Gelegenheit einer gewissen k\u00f6rperlichen N\u00e4he, erzeugte jedoch auch Schmerz, der \u00fcblicherweise sexuell aufgeladen war. Hubert war der Masseur seiner Kinder. &#8230; Die Massage artete in regelrechte Schl\u00e4ge aus. &#8230; Whitney&#8217;s Geschwister meinten, sie h\u00e4tten die Massage genossen, sie sei aber oft sehr schmerzhaft gewesen.<br \/>\n    In meinem Gespr\u00e4ch mit der \u00e4lteren Schwester Susan, sagte diese, ihre Eltern seien \u00e4u\u00dferst puritanisch gewesen und feindselig gegen\u00fcber jenen Bereichen der Anatomie oberhalb der Knie und unterhalb des Bauchnabels. Sie erz\u00e4hlte, ihr Vater versuchte, seine S\u00f6hne vor der \u201aunverzeihlichen S\u00fcnde&#8216; (Selbstbefriedigung) zu bewahren, indem er ihnen hei\u00dfe So\u00dfe auf den Penis schmierte. Sie bezeugte weiter, dass die H\u00e4nde ihres Vaters w\u00e4hrend der Massagen in ihre Unterhose wanderten, was sie erschreckte. Susan sagte, sie sei erschrocken gewesen, weil sie &gt;nicht wusste, was geschehen w\u00fcrde&lt;.<br \/>\n    Sie lehnte eindeutig ab, dass ihr Vater sich ihr gegen\u00fcber auf irgendeine Art und Weise sexuell missbr\u00e4uchlich verhalten habe. Ebenso offen machte sie gleich zu Beginn des Interviews klar, dass sie nichts sagen w\u00fcrde, was ihren Eltern Leid zuf\u00fcgen k\u00f6nnte. Sie war entschlossen, ihren Eltern jede weitere Peinlichkeit zu ersparen.<br \/>\n    Allerdings gab Susan an, dass ihre Mutter gew\u00f6hnlich nur mit einem Slip bekleidet in den Hof ging, wobei ihre Br\u00fcste, aber auch das Ges\u00e4\u00df und die Schamhaare durch den d\u00fcnnen Stoff sichtbar waren. Als Kinder wurden Susan und eine weitere Schwester, Sherry, von den Eltern gen\u00f6tigt, sich au\u00dferhalb des Hauses nackt aufzuhalten. Sie f\u00fchlten sich sehr unangenehm dabei, mussten jedoch gehorchen.<br \/>\n    Alle Kinder wussten, dass Rodina [die Mutter] ihrem Mann Hubert eine sexuelle Beziehung verweigerte, denn Sex verletzte sie. Sie alle wussten, dass Hubert sich sexuell unbefriedigt f\u00fchlte. Ich fand bemerkenswert, dass in einem angeblich puritanischen Haus derartig intime Details der elterlichen Beziehung Allgemeinwissen der Kinder waren.<br \/>\n    Michelle zufolge verlie\u00df ihr Vater nach jeder Pr\u00fcgelstrafe allein das Haus und kehrte einige Zeit sp\u00e4ter zur\u00fcck. An einem Wochenende schlug Hubert die Kinder besonders b\u00f6sartig und verlie\u00df das Haus. Michelle folgte ihm heimlich nach drau\u00dfen. Hubert ging in einen Schuppen hinter dem Haus und sie sah, wie er onanierte. Zu dieser Zeit war sie ungef\u00e4hr sieben Jahre alt. Erstaunt ging sie zu ihrer Mutter und fragte: &gt;Was bedeutet es, wenn ein Mann die Hosen offen hat und sein Ding ist drau\u00dfen und in seiner Hand und er spielt damit?&lt; &gt;Alle M\u00e4nner sind schrecklich und h\u00e4sslich&lt;, antwortete Rodina, &gt;und sie tun Frauen ekelhafte Dinge an. Du solltest niemals zulassen, dass sie das mit dir machen oder dich anfassen.&lt;&#8222;<\/p>\n<p>\nDer Sohn als Container der Perversionen der Eltern und die fatale Loyalit\u00e4t:<\/p>\n<p>    &#8222;Ich war besorgt, ob es mir gelingen w\u00fcrde, etwas \u00fcber die Herkunft von Whitney&#8217;s speziellem Interesse an F\u00fc\u00dfen heraus zu finden, abgesehen davon, dass beide Eltern ihn auf seine Beine und F\u00fc\u00dfe geschlagen hatten. Er erz\u00e4hlte mir, dass es seine Aufgabe war, die F\u00fc\u00dfe seiner Mutter zu massieren. Ich bat ihn, das zu beschreiben: Seine Mutter lag im Schlafzimmer nur mit einem Slip bekleidet auf dem Bauch und wies ihn an, ihre F\u00fc\u00dfe zu reiben. Er hasste das und bem\u00fchte sich, ihre F\u00fc\u00dfe nur so kurz wie irgend m\u00f6glich massieren zu m\u00fcssen. Aber sie befahl immer, die F\u00fc\u00dfe weiter zu massieren, wobei sie st\u00f6hnte und keuchte. Whitney f\u00fchlte sich schrecklich und dachte, dass dies doch eher die Aufgabe des Ehemannes sei. Er konnte aber nicht ablehnen, denn dies w\u00e4re ein \u201aWiderwort&#8216; gewesen, f\u00fcr das er Schl\u00e4ge bekommen h\u00e4tte. So war er hilflos verstrickt in einer sexuell sehr aufgeladenen, inzestu\u00f6sen Situation. &#8230;<br \/>\n    Whitney berichtete &#8230;: &gt;Es war unangenehm, nicht genau so wie die Angst einer Frau vor der Ber\u00fchrung mit einer Schlange, aber ekelhaft.&lt; Er zitterte, als er das sagte.<br \/>\n    Whitney erz\u00e4hlte mir, wie er mit den F\u00fcssen der Prostituierten masturbierte. Die Frauen waren nackt und lagen b\u00e4uchlings oder knieten auf dem Vordersitz. &#8230; Dann praktizierte er seinen Penis zwischen ihre F\u00fc\u00dfe.<br \/>\n    Ich teilte Whitney mit, dass ich die Auffassung vertrat, in seiner Familie habe erheblicher sexueller Missbrauch stattgefunden, von dem er mir wom\u00f6glich deshalb nicht berichte, weil er sich nicht erinnern k\u00f6nne. &#8230; Er antwortete mir, dass er buchst\u00e4blich lieber sterben w\u00fcrde, bevor andere im Detail erfuhren, was seine Eltern ihm angetan haben.&#8220;<br \/>\n    &#8222;&#8230; Michelle &#8230; erz\u00e4hlte mir, dass sie Zeugin wurde, wie ihr Vater eine weitere Adoptivschwester, Teresa, sexuell missbrauchte. &gt;&#8230; Ich ging auf das Haus zu. Meine Schwester Teresa stand da &#8230;, geb\u00fcckt, Dad stand hinter ihr. Er hatte seine Hosen herunter gelassen, Teresa weinte. Ich schrie auf. Mein Vater hielt inne, raffte seine Sachen zusammen und schlug mich. Er sagte: Niemand wird dir glauben. Dann sperrte er mich &#8230; ein. Sp\u00e4ter kam er zur\u00fcck und schlug mich erneut.&lt;&#8222;<\/p>\n<p>\nDie Unschuld der Eltern und die wei\u00dfe Weste der Fr\u00f6mmigkeit<\/p>\n<p>    &#8222;Als ich Hubert mit Michelle&#8217;s Bericht konfrontierte, war seine Antwort verwirrt. &gt;Ich glaube das nicht&lt;, sagte er, &gt;Michelle ist nicht ehrlich. Ich kann ihr nicht glauben. &#8230; Vielleicht l\u00fcgt sie nicht immer absichtlich. Vielleicht habe ich damals gerade uriniert.&lt; &#8230;<br \/>\n    In einem Gespr\u00e4ch machte Hubert deutlich, dass er seinen Sohn lieber hingerichtet s\u00e4he, als durch die falschen Anschuldigungen blo\u00df gestellt zu werden, die man gegen ihn, den liebvollen Vater, erheben w\u00fcrde. &#8230; Ich erz\u00e4hlte ihm, dass auch Whitney selbst lieber hingerichtet w\u00fcrde, als seinen Vater in Verlegenheit zu bringen. Hubert weinte und schien wie von einer schweren Last erl\u00f6st. &#8230; Ich fragte ihn: &gt;Sie sagen also, dass Sie nicht getan haben, von dem Michelle und Teresa berichteten, Sie h\u00e4tten es getan?&lt; Er antwortete: &gt;Wenn ich jemals so etwas getan h\u00e4tte &#8230; Ich habe keine Ahnung, was in Whitney&#8217;s Kopf vor sich ging, als er mordete. Ich bin niemals zu Bett gegangen, ohne um Vergebung f\u00fcr die Fehler zu bitten, die mir am Tag unterlaufen waren. Whitney war vom Teufel beeinflusst. Er befolgte nicht die Lehren der Kirche. &#8230;&lt;<br \/>\n    &#8230; Rodina er\u00f6ffnete unser Gespr\u00e4ch, indem sie erkl\u00e4rte: &gt;Meine Eltern waren gesellschaftlich angesehene Leute. &#8230; Mein Vater war aufbrausend. Als ich ein kleines Kind war, holte er aus und verpasste mir eine Ohrfeige, so dass mein Mund blutete. Ich weinte. Mein Vater f\u00fchlte sich dabei schrecklich, denn er hatte so ein gutes Herz. Er war ehrlich. Einmal arbeitete ein Mann f\u00fcr ihn auf dem Hausdach und urinierte dort. Mein Vater schlug ihn so heftig, dass ein Krankenwagen gerufen werden musste. &#8230; Man glaubte, er w\u00e4re tot. &#8230; Mein Vater war gebildet und hatte eine sch\u00f6ne Kindheit. &#8230;&#8220;<\/p>\n<p>\nEin r\u00e4tselhafter Trieb oder die Panik vor den realen Gef\u00fchlen des einstigen Kindes?<\/p>\n<p>    &#8222;Ich versuchte herauszufinden, in welcher Verfassung sich Whitney befand, wenn er mordete. &#8230; Er f\u00fchlte sich hoffnungslos, hilflos und dass seine Existenz wertlos sei: &gt;Ich drehte mich im Kreis und kam nicht vom Fleck. Meine Gesch\u00e4fte liefen ganz gut, aber es kam mir so vor, als h\u00e4tte ich keine Zukunft. Ich brauchte den Kontakt zu Prostituierten. Ich wollte damit aufh\u00f6ren. Ich f\u00fchlte mich schuldig. Es war v\u00f6llig verr\u00fcckt. Ich war verzweifelt und f\u00fchlte mich total verloren.&lt; In der Zeit, als er die Morde ver\u00fcbte, verlor er 33 Pfund an Gewicht. &#8230;<br \/>\n    Er beschrieb lange Phasen der Depression, wie entmutigt und schuldig er sich f\u00fchlte, sich selbst hasste und daran dachte, sich selbst zu verletzen. Alkohol erm\u00f6glichte es ihm, sich locker und k\u00fchn zu f\u00fchlen, dass er sagen konnte, was er wollte, und in der Lage war, sexuell aktiv zu sein. &#8230;<br \/>\n    Er hatte zahlreiche Narben, deren Herkunft ihm unbekannt war. Eine Narbe ging \u00fcber den gesamten Unterarm, eine befand sich auf seinem rechten Ellenbogen, eine andere unterhalb des linken Ellenbogens, er hatte eine Geschwulst auf seinem rechten Schenkel und Narben auf seinem rechten Schulterblatt, &#8230; an den Seiten, auf dem R\u00fccken, dem Ges\u00e4\u00df und den Kniekehlen, eindeutige Folgen von Schl\u00e4gen. &#8230;<br \/>\n    Whitney&#8217;s diffuses Empfinden, ein Opfer zu sein, wuchs mit der Depression. Seine Perversion wurde dann auch bedr\u00e4ngender und oft fuhr er mehr als ein Mal am Tag in die Stadt, um nach Prostituierten Ausschau zu halten. Er brauchte sie nicht nur f\u00fcr Sex, er wollte sie beherrschen. Wenn er Prostituierte unter seiner Kontrolle hatte, erleichterte dies sein Gef\u00fchl, ein Opfer zu sein. &#8230; Er selbst war \u00e4u\u00dferst ambivalent gegen\u00fcber den Morden eingestellt. Er versuchte, sich unter Kontrolle zu bringen, und manchmal verhandelte er stundenlang mit sich selbst, w\u00e4hrend die Prostituierten gefesselt und nackt in seinem Wagen lagen. Ihr Schrecken steigerte aber sein Bed\u00fcrfnis, sie zu foltern. &#8230;&#8220;<\/p>\n<p>Ich finde, die Gegen\u00fcberstellung dieser kurzen Passagen aus &#8222;Base Instincts&#8220; macht deutlich, dass Zerst\u00f6rungs-Lust, Zerst\u00f6rungs-Wut (als w\u00f6rtlich zu verstehende Befindlichkeiten) eine Ursache haben und erkl\u00e4rt werden k\u00f6nnen, was nicht bedeutet, sie zu billigen oder zu verharmlosen. Die von Pincus befragten Menschen beschrieben ihre Verfassung, aber auch die ihrer Eltern w\u00e4hrend der gewaltt\u00e4tigen \u00dcbergriffe gegen das Kind, h\u00e4ufig mit dem Wort &#8222;frenzy&#8220;, das in der deutschen Sprache mit den Begriffen &#8222;Ekstase&#8220; oder &#8222;Wahnsinn&#8220; keine ad\u00e4quate \u00dcbersetzung gefunden hat. Ein &#8222;irrer Rausch&#8220; oder ein Zustand des &#8222;rauschhaften Irrsinns&#8220;, ist gemeint, und die Aussagen von Post und seinen Geschwistern zeigen unmittelbar, dass eben genau diese Verfassung schon dem Kind von den Eltern aufgezwungen wurde. Die Seele des Kindes ist gleichsam ein besetztes Land, etwas Eigenes kaum oder gar nicht vorhanden. So bleibt nur die Sprache der Grausamkeit als einzige und letzte M\u00f6glichkeit, um sp\u00e4ter zum Ausdruck zu bringen, was dem Kind einst geschehen ist.<br \/>\n(Indirekt wirft Pincus auch ein bezeichnendes Licht auf Klischeevorstellungen, die etwa Feministinnen so lieb und teuer sind: Kein m\u00e4nnliches Kind kommt mit dem Ph\u00e4nomen des Frauenhasses auf die Welt, der eben ein Produkt sehr realer und konkreter Umst\u00e4nde ist. Liest man die Aussagen der Prostituierten, die Post&#8217;s Attacken \u00fcberlebten, dr\u00e4ngt sich \u00fcberdies mit Blick auf Deutschland ganz nebenbei die Frage auf, wie eine Gesellschaft beschaffen ist, die nunmehr die Prostitution zu einem &#8222;normalen Beruf&#8220; erkl\u00e4rt hat. Niemand kann etwas dagegen einwenden, dass Prostituierte vom Stigma der Sittenwidrigkeit befreit werden und Zugang zu Leistungen der Sozialversicherung erhalten. Aber sind sie Arbeitnehmerinnen wie alle anderen? Ich zweifele. Mir scheinen solche und \u00e4hnliche Haltungen bestimmter gesellschaftlicher Gruppierungen vielmehr der Ausdruck einer grundlegenden Verkehrtheit des F\u00fchlens und Denkens zu sein.)<\/p>\n<p>Die Geschichte des Whitney Post ist zugleich die erb\u00e4rmliche Geschichte eines kleinen Jungen, der in einem l\u00fcckenlosen System panischer Angst und brachialen Terrors aufwachsen musste. Die zahlreichen von Pincus dokumentierten Biographien brachten mich immer wieder auf den Gedanken, dass es keine an Kindern (auch von M\u00fcttern) begangene Grausamkeit gibt, die nicht noch \u00fcbertroffen werden k\u00f6nnte. Je extremer die Folter, die dem Kind zugef\u00fcgt wurde, umso bizarrer, abstruser und brutaler die sp\u00e4tere Destruktivit\u00e4t des Erwachsenen. Tats\u00e4chlich wird sich eine Gesellschaft auch daran messen lassen m\u00fcssen, wie sie mit ihren Kindern umgeht.<br \/>\nAmerikanische Gef\u00e4ngnisse und Verwahranstalten beherbergen zahlreiche Serienm\u00f6rder, so dass von seltenen Einzelf\u00e4llen nicht mehr die Rede sein kann. Dabei ist von der ebenfalls folgenschweren allt\u00e4glichen k\u00f6rperlichen und sexuellen Misshandlung von Kindern, die versteckter stattfindet und eher &#8222;vornehmer&#8220; ausge\u00fcbt wird, noch gar nicht die Rede. Die amerikanische Gesellschaft, macht Pincus&#8216; Buch einmal mehr klar, ist ein von und durch Gewalt traumatisiertes Gemeinwesen. Das zeigt auch die Flut amerikanischer Filme und Serien, die unsere Kinos und Fernsehsender \u00fcberschwemmen und ganz \u00fcberwiegend die allgemeine, sozusagen zur Norm avancierte Brutalit\u00e4t thematisieren, mit der das Land nicht fertig wird, weil es die Ursachen und Folgen nicht begreifen kann. Die Ideologie der inzwischen fast vollst\u00e4ndig ausgeh\u00f6hlten Freiheit sch\u00fctzt dabei vor der bitter notwendigen Erkenntnis.<\/p>\n<p>Deutsche Verh\u00e4ltnisse weisen klar in dieselbe Richtung. Berichte etwa \u00fcber Ausschreitungen von Jungen und M\u00e4dchen gegen\u00fcber ihren Mitsch\u00fclern h\u00e4ufen sich. Zeitungen bringen turnusm\u00e4\u00dfig Reportagen \u00fcber die Entf\u00fchrung, Vergewaltigung und Ermordung kleiner Kinder. Gar nicht selten liest man in kurzen Nachrichten, eine Mutter oder ein Vater habe in einer &#8222;\u00dcberforderungssituation&#8220; kurzerhand das eigene Baby aus dem Fenster geworfen, weil es schrie. In einer Berliner Tageszeitung befasste sich neulich ein Artikel mit Eltern, die ihre sechs Monate alte Tochter zu Tode pr\u00fcgelten und traten. Ein Psychologe des zust\u00e4ndigen Jugendamtes meinte zu diesem Fall, Gewalt gegen das Kind komme leider immer wieder vor, letztlich k\u00f6nne man ihre Ursache jedoch nicht \u00fcberzeugend erkl\u00e4ren.<br \/>\nAuf die \u00dcberflutung des Internet mit privater oder kommerziell hergestellter Kinderpornographie muss ich nicht noch einmal n\u00e4her eingehen. H\u00e4ufig wird die Existenz eines nebul\u00f6sen &#8222;B\u00f6sen&#8220; f\u00fcr die Gewalt verantwortlich gemacht. G\u00e4ngig ist die Haltung: Das ist alles abscheulich, aber so etwas gibt es nun mal, da kann man nichts machen. Warum k\u00f6nnen wir uns nicht mehr emp\u00f6ren; was ist los mit uns, dass wir ein solches Ma\u00df an Zerst\u00f6rung und Zerst\u00f6rtheit buchst\u00e4blich in unserer Mitte dulden? Oder ist im Hinblick auf den florierenden Wirtschaftszweig &#8222;Kinderpornographie und Kinderhandel&#8220; in der Tat der Gedanke so selbstverst\u00e4ndlich geworden, gleichsam das Elfte Gebot, dass letzten Endes alles, was viel Geld einbringt, wenn nicht gut, so doch erlaubt ist?<\/p>\n<p>Als Anfang 2002 ein 19-j\u00e4hriger Sch\u00fcler an einem Erfurter Gymnasium &#8222;Amok lief&#8220;, zahlreiche Lehrer und Mitsch\u00fcler erschoss, begaben sich auch etwas seri\u00f6sere Bl\u00e4tter kollektiv auf die Suche nach dem &#8222;Killergen&#8220;. Die Geistlichkeit trat auf den Plan, erhob buchst\u00e4blich den Zeigefinger und mahnte: Du sollst nicht t\u00f6ten. Vermutete man ernsthaft, zuk\u00fcnftige &#8222;Amokl\u00e4ufer&#8220; und Vergewaltiger w\u00fcrden sich diese Anweisung schleunigst hinter die Ohren schreiben und von ihren &#8222;dunklen Trieben&#8220; ablassen? Die politische Kaste dr\u00e4ngelte sich ebenfalls medienwirksam in den Vordergrund, verk\u00fcndete nahezu einm\u00fctig ihren Abscheu und schwor, dass man die Tat des jungen Mannes weder verstehen noch erkl\u00e4ren k\u00f6nne. Jonathan Pincus&#8216; Buch beweist gerade das Gegenteil. Die entsprechenden Schl\u00fcsse zu ziehen, w\u00e4re eigentlich die Aufgabe der Leser.<\/p>\n<p>\n\u00a9 Thomas Gruner, M\u00e4rz 2005<\/p>\n<p>\nLiteratur:<br \/>\nPincus, Jonathan H.: &#8222;Base Instincts &#8211; What Makes Killers kill?&#8220;; W.W. Norton &amp; Company, New York 2001 (als Taschenbuch 2002)<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"colonne-gauche\">\n<ul class=\"fleche\" style=\"margin-top:15px;\">\n<li class=\"fleche\"><a \nhref=\"\/de\/faq-wie-findet-man-einen-guten-therapeuten\/\">FAQ: Wie findet man<br \/>\neinen guten Therapeuten ?<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<div class=\"separateur\" style=\"margin-bottom:15px;\">Alice Miller<\/div>\n<ul class=\"lcp_catlist\" id=\"lcp_instance_0\"><li><a href=\"http:\/\/www.alice-miller.com\/de\/therapeutenliste\/\">Therapeutenliste<\/a><\/li><li><a href=\"http:\/\/www.alice-miller.com\/de\/auflosung-der-folgen-von-kindesmisshandlungen\/\">Aufl\u00f6sung der Folgen von Kindesmisshandlungen<\/a><\/li><li><a href=\"http:\/\/www.alice-miller.com\/de\/wir-konnen-die-ursachen-fur-unser-leiden-finden\/\">Wir k\u00f6nnen die Ursachen f\u00fcr unser Leiden finden<\/a><\/li><li><a href=\"http:\/\/www.alice-miller.com\/de\/aus-dem-gefangnis-der-schuldgefuhle\/\">Aus dem Gef\u00e4ngnis der Schuldgef\u00fchle<\/a><\/li><li><a href=\"http:\/\/www.alice-miller.com\/de\/der-fall-jessica\/\">Der Fall Jessica<\/a><\/li><li><a href=\"http:\/\/www.alice-miller.com\/de\/der-blanke-sadismus\/\">Der blanke Sadismus<\/a><\/li><li><a href=\"http:\/\/www.alice-miller.com\/de\/der-langste-weg\/\">Der l\u00e4ngste Weg<\/a><\/li><li><a href=\"http:\/\/www.alice-miller.com\/de\/was-ist-hass\/\">Was ist Hass?<\/a><\/li><li><a href=\"http:\/\/www.alice-miller.com\/de\/emporung-als-vehikel-der-therapie\/\">Emp\u00f6rung als Vehikel der Therapie<\/a><\/li><li><a href=\"http:\/\/www.alice-miller.com\/de\/depression-der-zwang-zum-selbstbetrug\/\">Depression &#8211; 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What Makes Killers Kill?&#8220; von Jonathan Pincus Der bekannte Hollywood-Regisseur Alfred Hitchcock gab seinem letzten, in den siebziger Jahren produzierten Film den Titel &#8222;Frenzy&#8220; und beschrieb damit den Zustand des Protagonisten, eine besondere Spielart des Wahns, der diesen [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[76],"tags":[],"class_list":["post-2953","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-tg"],"aioseo_notices":[],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.alice-miller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2953","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.alice-miller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.alice-miller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.alice-miller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.alice-miller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2953"}],"version-history":[{"count":1,"href":"http:\/\/www.alice-miller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2953\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2954,"href":"http:\/\/www.alice-miller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2953\/revisions\/2954"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.alice-miller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2953"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.alice-miller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2953"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.alice-miller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2953"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}