{"id":2965,"date":"2004-03-01T13:25:38","date_gmt":"2004-03-01T12:25:38","guid":{"rendered":"http:\/\/www.alice-miller.com\/de\/?p=2965"},"modified":"2015-12-02T13:26:51","modified_gmt":"2015-12-02T12:26:51","slug":"geborgenheit-in-der-moral-oder-die-wahrheit-der-erfahrungen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.alice-miller.com\/de\/geborgenheit-in-der-moral-oder-die-wahrheit-der-erfahrungen\/","title":{"rendered":"Geborgenheit in der Moral oder Die Wahrheit der Erfahrungen"},"content":{"rendered":"<div class=\"colonne-droite\">\n<p align=\"right\">von <b>Thomas Gruner<\/b><\/p>\n<h1 style=\"padding-top:10px;\">Geborgenheit in der Moral oder Die Wahrheit der Erfahrungen<br \/><span class=\"soustitre\">Monday 01 March 2004<\/span><\/h1>\n<p>\u00dcber das neue Buch von Alice Miller: &#8222;Die Revolte des K\u00f6rpers&#8220;<\/p>\n<p>Ein Buch erscheint nicht nur auf &#8222;dem Markt&#8220;, es erscheint in einer bestimmten Zeit und in einem konkreten gesellschaftlichen Klima.<br \/>\nMan k\u00f6nnte den Eindruck bekommen, dass sich heute die Menschen von s\u00e4mtlichen Tabus befreit haben, die uns bis vor kurzem als moralische und sittliche Gebote unserer Vorfahren noch so streng regierten. Es scheint so, als ob wir nicht mehr den Forderungen der Religion oder der Konvention gen\u00fcgen m\u00fcssten, um nicht von anderen sanktioniert und ausgegrenzt zu werden. Auf \u00f6ffentlichen Massenveranstaltungen zur Schau gestellte Sexualit\u00e4t ist beispielsweise eine Mode geworden; in Sendungen des Fernsehens erscheinen Menschen und enth\u00fcllen die verbl\u00fcffendsten sexuellen Praktiken, an denen sie Vergn\u00fcgen finden. Wagt es hingegen jemand, an die unverbl\u00fcmte Korruptheit zahlreicher politischer und \u00f6konomischer Entscheidungstr\u00e4ger nur zu erinnern, wird er als &#8222;Gut-Mensch&#8220; verspottet. Wir sind frei, sagen die Leute und freuen sich, wir k\u00f6nnen machen, was wir wollen, nur keine Hemmungen; wir sind frei, verk\u00fcnden die Medien im Chor.<br \/>\nKonservativere Zeitgenossen beklagen hin und wieder den Verfall der guten Sitten und etwas intelligentere Menschen \u00e4u\u00dfern sich besorgt \u00fcber den &#8222;fr\u00f6hlichen Nihilismus&#8220;, der das gesellschaftliche Klima beherrsche. Gibt es also in der Tat kein eisernes Korsett mehr, in dem Menschen sich eingeschn\u00fcrt f\u00fchlen und keine Luft mehr bekommen, eben weil die sogenannte postmoderne Gesellschaft die Tabulosigkeit gerade zur Norm erkl\u00e4rt hat?<\/p>\n<p>Das neue Buch von Alice Miller Die Revolte des K\u00f6rpers zeigt sehr klar, mit welchen Tabus wir es immer noch zu tun haben. Wir d\u00fcrfen alles machen und alles aussprechen, nur eines d\u00fcrfen wir nicht: traurig sein, sagen, was uns als Kind geschehen ist, ausdr\u00fccken, was uns das ausmachte und was wir f\u00fchlen. Vor allem d\u00fcrfen wir nicht eindeutig artikulieren: Es waren meine Eltern, die mir das angetan haben und deshalb kann und will ich sie nicht lieben, wenn ich mich mit dieser Liebe nicht selbst zugrunde richten will. Jeder Mensch kann ausprobieren, ob dieses Tabu noch g\u00fcltig ist oder nicht.<br \/>\nTrotz aller Freiz\u00fcgigkeit diktiert das Vierte Gebot teils ausdr\u00fccklich, aber auch eher verh\u00fcllt in den Anspr\u00fcchen der herk\u00f6mmlichen, in Wahrheit eben nicht bewusst hinterfragten Moral bis heute, was wir f\u00fchlen sollen und was wir keinesfalls f\u00fchlen d\u00fcrfen. Das Vierte Gebot sagt: Du bist deinen Eltern Achtung und Dankbarkeit schuldig, dein Leben lang, was auch immer sie getan haben. Und wenn du dich dagegen auflehnst, verlierst du dein Leben.<br \/>\nDer erste Teil des Buches widmet sich den Biographien ber\u00fchmter Schriftsteller aus unterschiedlichen Epochen. Sie alle haben gemeinsam, dass sie unter anderem die Unfreiheit der unterdr\u00fcckten Menschen ihrer Zeit darstellten (Schiller, Dostojewski, Tschechow) oder aber wie Marcel Proust, Arthur Rimbaud, Virginia Woolf und Yukio Mishima gegen die Konventionen und Tabus ihrer Gesellschaft rebellierten. Sie lehnten sich auf gegen die Moral und gehorchten ihr, ahnungslos, doch. Mishima etwa bekennt mit einer schonungslosen Offenheit seine sexuellen Phantasien, nur die eigene Not als Kind kann er nicht sehen. Virginia Woolf verachtet die Enge der viktorianischen Zeit, doch f\u00fcr die Stiefbr\u00fcder, die sie in der Kindheit missbrauchten und vergewaltigten, findet sie kaum ein Wort der Verurteilung oder Anklage. Rimbaud reist bis in die entlegensten Orte Afrikas, auf der Suche nach Freiheit und auf der Flucht vor der Mutter und kehrt zu ihr zur\u00fcck, um zu sterben. Marcel Proust darf sein gro\u00dfes Werk A la Recherche du Temps perdu erst nach dem Tode der Mutter schreiben; auch er stirbt, wie zur Strafe, als er es beendet hat.<br \/>\nWeder die sexuelle Freiz\u00fcgigkeit noch der Aufbruch in eine ferne, andere Welt, noch die scharfsinnige Kritik an der Gesellschaft kann einen Menschen wirklich befreien, solange das Kind, das wir waren, nicht (anstelle etwa der Libertinage oder des Selbstbetrugs) die echte Freiheit erh\u00e4lt, die es braucht: angeh\u00f6rt und verstanden zu werden. Der K\u00f6rper versucht immer wieder, auf diese Not aufmerksam zu machen, er gibt Signale in Form von Depressionen, schweren seelischen Schmerzen oder einer F\u00fclle physischer Symptome; der K\u00f6rper rebelliert gegen die Fassade, die Existenz hinter der Maske. Werden diese Signale nicht verstanden, kann sich ein Mensch unter Umst\u00e4nden selbst zerst\u00f6ren. Die K\u00fcnstler, von denen Alice Miller berichtet, nehmen sich das Leben oder sterben langsam in einem fr\u00fchen Alter an schweren Erkrankungen.<\/p>\n<p>Alle diese Schriftsteller wussten nicht, dass sie sich letztlich doch der Moral unterwarfen und die Hoffnung auf die Liebe der Eltern niemals aufgeben konnten. Sie blieben, obwohl au\u00dfergew\u00f6hnlich begabt, sch\u00f6pferisch und hellsichtig in vielen Dingen, blind f\u00fcr ihr eigenes Schicksal als Kind. Das macht die Tragik ihres Lebens aus.<br \/>\nWarum f\u00e4llt es uns auch heute noch so schwer, uns von der Forderung zu l\u00f6sen, den Eltern Liebe zu schulden? Die Aussage des Vierten Gebotes ist tief in unserer Kultur verankert; das Alte und das Neue Testament erz\u00e4hlen immer wieder, als sei es eine Selbstverst\u00e4ndlichkeit, von der Opferung des Kindes, bis hin zu Jesus von Nazareth, der sich freiwillig ans Kreuz schlagen l\u00e4sst, weil dies &#8222;der Vater im Himmel&#8220; ausdr\u00fccklich w\u00fcnscht. Dann, so suggeriert die Bibel, kann &#8222;das Reich Gottes auf Erden&#8220; kommen, nicht heute, nicht morgen, irgendwann aber doch. Darin ist allerdings auch die Botschaft verborgen, erst, wenn du deine Existenz den Eltern opferst, darfst du leben, wirst du das Paradies erlangen. Schon den Anf\u00e4ngen unserer Kultur liegt somit eine zutiefst lebensfeindliche und widersinnige Aussage zugrunde, die nicht durchschaut werden darf.<br \/>\nAber nicht nur die Drohung &#8222;wehe dir, wenn du die Eltern nicht lieben kannst&#8220; ist nach wie vor g\u00fcltig, vielmehr wird ganz selbstverst\u00e4ndlich vorausgesetzt und nicht in Frage gestellt, dass der Erwachsene die einst misshandelnden und missbrauchenden Eltern liebt, weil jedes Kind tats\u00e4chlich so f\u00fchlt.<br \/>\nAlice Miller stellt im zweiten Teil ihres Buches eine im Grunde einfache Frage: Ist es wirklich Liebe, was der Erwachsene f\u00fcr die Eltern, die ihm Schaden zugef\u00fcgt haben, empfindet? Was ist es, das wir so oft Liebe f\u00fcr die Eltern nennen? Sie beschreibt unter anderem, wie Menschen mit schweren Symptomen Therapien aufsuchen; manche haben einige gescheiterte Versuche hinter sich und brauchen dringend Hilfe. Nun haben sie endlich jemanden gefunden, der ihnen wenigstens f\u00fcr eine Stunde in der Woche ungeteilte Aufmerksamkeit schenkt und ihnen erlaubt, ihre Gef\u00fchle und Erlebnisse zu artikulieren. Allein dadurch erfahren sie zun\u00e4chst eine Erleichterung und sind den Therapeuten dankbar. In den verschiedenen Situationen der Begegnung mit den inzwischen alten, teils hilfsbed\u00fcrftigen Eltern m\u00f6gen viele Leserinnen und Leser Erfahrungen aus ihrem eigenen Leben wiedererkennen. Erneut brauchen die Eltern ihre erwachsenen Kinder auf vielf\u00e4ltige Art und Weise, deren Symptome sich verschlimmern, weil sie in der Therapie nicht danach gefragt werden, was sie wirklich den Eltern gegen\u00fcber f\u00fchlen, was sie tats\u00e4chlich brauchen und wollen. Kaum ein Therapeut sagt ihnen, dass sie den Eltern weder Mitleid noch Dankbarkeit schulden, von denen sie immerhin schwer misshandelt oder vernachl\u00e4ssigt wurden.<br \/>\nIch musste daran denken, wie es mir selbst erging, als mein Vater, schwer krank, im Sterben lag. Immer dann, wenn meine Mutter sich an mir vergriffen hatte, sa\u00df er als schweigender Zeuge dabei und sah mich, nicht etwa meine Mutter mit ver\u00e4chtlichen Blicken an. Dann zog er es vor, den Raum zu verlassen. Entweder setzte er sich vor das Fernsehger\u00e4t oder er spazierte, besonders gerne im Fr\u00fchjahr, durch den Garten, um das Gedeihen der Fliederb\u00e4ume und Forsythien zu beobachten: Heil war die Welt im eigenen Haus nebst gro\u00dfem Garten, was interessierte ihn, dass ich in der Zwischenzeit beinahe vor die Hunde ging. Ich war ja blo\u00df sein Sohn. Jetzt stand das Telefon in meiner Berliner Wohnung nicht mehr still, mein Bruder, meine Mutter, Verwandte forderten mich auf, zu meinem Vater zu kommen. Dies sei meine Pflicht als Sohn. In der Analyse sprach ich dann von meiner Zerrissenheit, dass ich nicht fahren wollte, weil dieser Mann mich immer im Stich gelassen hatte, dass ich aber auch starke Schuldgef\u00fchle empfand, ihm nicht zu helfen. Zugleich tauchte auch die Sehnsucht des kleinen Jungen nach dem Schutz und der Anerkennung des Vaters wieder auf. Dem sterbenden Vater, fand meine Therapeutin, kann man nichts mehr vorwerfen. Das macht man einfach nicht. Warum hat die Analytikerin mir nicht gesagt, dass ich meinen Vater nicht aufsuchen muss, wenn es mir unm\u00f6glich ist, ihm beizustehen, weil er mir nur Hass und Verachtung entgegengebracht und mich meiner Mutter buchst\u00e4blich zum Fra\u00df vorgeworfen hat? W\u00e4re es nicht eigentlich pervers, einem solchen Menschen zu helfen? Soll das Liebe sein? Was bin ich einem Vater schuldig, der mich ganz offenbar niemals geliebt hat?<br \/>\nDas Buch zeigt, wie sehr die gegenw\u00e4rtigen Therapien von der Moral, dem Vierten Gebot vergiftet und durchseucht sind. Nahezu ausnahmslos wird vorausgesetzt, dass die Patienten den Eltern vergeben m\u00fcssen, um, so wird ihnen versprochen, &#8222;inneren Frieden&#8220; zu finden, frei zu werden von den Folgen der Vergangenheit und unbelastet von erschreckenden starken Gef\u00fchlen der Wut oder der Verzweiflung. So versuchen Menschen unter Umst\u00e4nden lange, ihre Authentizit\u00e4t zugunsten der Ideologie der Vergebung zu unterdr\u00fccken, doch genau das macht sie krank. Auch die in modernen Therapien inzwischen h\u00e4ufig angebotenen \u00dcbungen, wie das Imaginieren positiver innerer Bilder, werden die Realit\u00e4t der Kindheit nicht ver\u00e4ndern, sondern allenfalls f\u00fcr einige Zeit &#8222;erw\u00fcnschte&#8220; Gef\u00fchle produzieren. Alice Miller macht darauf aufmerksam, wie gef\u00e4hrlich gerade solche Manipulationen sein k\u00f6nnen. Denn solange die Patienten diese Falle nicht durchschauen, wehrt sich ihr K\u00f6rper mit Hilfe der Symptome. Wenn ein Mensch aber erkennt, was er heute wirklich braucht, zu den authentischen Bed\u00fcrfnissen des Erwachsenen findet und zu seinen echten Gef\u00fchlen steht, kann der K\u00f6rper die Sprache der Symptome langsam aufgeben, weil der Betreffende sich nun selbst versteht.<br \/>\nIch hatte damals auf eine Art Gl\u00fcck, ich bin nicht zu meinem Vater gefahren und konnte die innere Zerrissenheit zwischen Sehsucht, Schuldgef\u00fchlen und Aufbegehren alleine tragen. Doch wie viele Umwege und Sackgassen h\u00e4tte ich mir wom\u00f6glich ersparen k\u00f6nnen, wenn in der Analyse die Frage gestellt worden w\u00e4re: Was f\u00fchlst und willst du wirklich? Sind Mitleid und Erwartungen Liebe? Wof\u00fcr bist du dankbar? F\u00fcr die Lieblosigkeit und die Gewalt? Warum empfindest du Mitleid mit dem Vater, der dich hasste, und nicht mit dem Kind, das du gewesen bist? Doch die Analytikerin f\u00fcgte sich gehorsam in die Moral, im \u00fcbrigen auf meine Kosten.<br \/>\nIm Gegensatz zu fast allen mir bekannten Autoren, die sich mit den Schicksalen einst misshandelter Menschen besch\u00e4ftigen, verspricht Alice Miller nichts, schon gar kein Paradies, und erteilt keine guten Ratschl\u00e4ge, sie vermittelt die Botschaft: Wir m\u00fcssen \u00fcberhaupt nichts, wir d\u00fcrfen aber alle unsere Gef\u00fchle wahrnehmen und artikulieren, nach unseren echten Bed\u00fcrfnissen fragen und diesen gem\u00e4ss leben.<\/p>\n<p>Das in einem fiktiven Tagebuch dargestellte Hungern der jungen Frau Anita Fink macht schlie\u00dflich deutlich, wie ein Mensch leidet, wenn er die Nahrung, die Angebote der Eltern, der Gesellschaft, der \u00c4rzte und Therapeuten nicht gebrauchen kann, weil sie ihm nicht entsprechen. Ich habe mich gefragt, wie viele Menschen davon betroffen sind, dass ihre echten Bed\u00fcrfnisse von Beginn ihres Lebens an niemals beantwortet wurden. Vielleicht wurden sie weder geschlagen noch sexuell ausgebeutet, wom\u00f6glich leiden sie auch nicht unter Anorexie wie Anita Fink, aber sie sp\u00fcren, dass ihnen etwas fehlt und k\u00f6nnen doch nicht wissen, was sie brauchen, weil sie es niemals kennen gelernt haben. So verlieren sie die Lust auf das Leben. Wenn sie erkennen d\u00fcrfen, wonach sie hungern, was ihnen so sehr fehlt, wenn sie erleben, dass sie ihre Bed\u00fcrfnisse vor allem nach echter Kommunikation nicht verleugnen m\u00fcssen, gewinnen sie in sich selbst einen Halt, der es ihnen immer wieder erm\u00f6glichen wird, verlogene Ideologien und Heilslehren auch in der Psychotherapie, destruktive Strukturen und Botschaften zu durchschauen und sich von Menschen zu trennen, die ihnen Schaden zuf\u00fcgen. So wird auch das Symptom der Depression \u00fcberfl\u00fcssig, die nur dann wieder auftaucht, wenn die authentischen Bed\u00fcrfnisse ignoriert werden.<br \/>\nDieser Halt, den ein Mensch an sich und in sich selbst hat, ist etwas ganz anderes als die scheinbare Geborgenheit in der Moral, die jede authentische Unruhe und Auflehnung befrieden will. Im Gegensatz zum Kind braucht der Erwachsene die Liebe der einst misshandelnden Eltern nicht mehr, um \u00fcberleben zu k\u00f6nnen. Ihm wird nichts genommen, er verliert allerdings in einem durchaus schmerzhaften Prozess seine Illusionen. Mit der Zeit kann er dadurch lernen, f\u00fcr sich zu sorgen, indem er sich immer wieder von den Signalen des K\u00f6rpers leiten l\u00e4sst. Er kann versuchen, Menschen zu finden, die seine Liebe, seine Zuneigung viel mehr verdienen, oder wird die Erfahrung machen, dass er \u00fcber die F\u00e4higkeit verf\u00fcgt, Zeiten der Einsamkeit zu tragen. Dann muss sich ein Mensch weder in das Hungern fl\u00fcchten noch in dessen Kehrseite: die Esssucht oder den Konsum von Drogen. Dies ist keine Anleitung zum Gl\u00fccklich-Sein, es geht vielmehr darum, mit dem Bewusstsein der eigenen Geschichte, in engem Kontakt mit dem Kind, das wir einmal waren, zu leben.<\/p>\n<p>Wer sich heute gegen die Moral ausspricht, l\u00e4uft in Gefahr mit den Anh\u00e4ngern der Spa\u00dfgesellschaft verwechselt zu werden, die sich damit br\u00fcstet, an keinerlei Werte gebunden zu sein.<br \/>\nDoch stellt sich heraus, dass auch einer Gesellschaft, die ganz offenbar bankrott ist, die vielleicht deshalb den Spott \u00fcber echtes Leiden und das ewige hysterische Gel\u00e4chter zur Pflicht erhoben hat, sehr wohl lebensbejahende, nicht destruktive Werte entgegengesetzt werden k\u00f6nnen: Authentizit\u00e4t, echte Kommunikation und das Verm\u00f6gen, zu sich selbst, zur eigenen Geschichte und den eigenen Bed\u00fcrfnissen zu stehen.<br \/>\nDie Revolte des K\u00f6rpers ist deshalb auch ein Buch gegen den &#8222;Zeitgeist&#8220;, die herrschenden &#8222;Trends&#8220; und erscheint am 10. M\u00e4rz im Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"colonne-gauche\">\n<ul class=\"fleche\" style=\"margin-top:15px;\">\n<li class=\"fleche\"><a \nhref=\"\/de\/faq-wie-findet-man-einen-guten-therapeuten\/\">FAQ: Wie findet man<br \/>\neinen guten Therapeuten ?<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<div class=\"separateur\" style=\"margin-bottom:15px;\">Alice Miller<\/div>\n<ul class=\"lcp_catlist\" id=\"lcp_instance_0\"><li><a href=\"http:\/\/www.alice-miller.com\/de\/therapeutenliste\/\">Therapeutenliste<\/a><\/li><li><a href=\"http:\/\/www.alice-miller.com\/de\/auflosung-der-folgen-von-kindesmisshandlungen\/\">Aufl\u00f6sung der Folgen von Kindesmisshandlungen<\/a><\/li><li><a href=\"http:\/\/www.alice-miller.com\/de\/wir-konnen-die-ursachen-fur-unser-leiden-finden\/\">Wir k\u00f6nnen die Ursachen f\u00fcr unser Leiden finden<\/a><\/li><li><a href=\"http:\/\/www.alice-miller.com\/de\/aus-dem-gefangnis-der-schuldgefuhle\/\">Aus dem Gef\u00e4ngnis der Schuldgef\u00fchle<\/a><\/li><li><a href=\"http:\/\/www.alice-miller.com\/de\/der-fall-jessica\/\">Der Fall Jessica<\/a><\/li><li><a href=\"http:\/\/www.alice-miller.com\/de\/der-blanke-sadismus\/\">Der blanke Sadismus<\/a><\/li><li><a href=\"http:\/\/www.alice-miller.com\/de\/der-langste-weg\/\">Der l\u00e4ngste Weg<\/a><\/li><li><a href=\"http:\/\/www.alice-miller.com\/de\/was-ist-hass\/\">Was ist Hass?<\/a><\/li><li><a href=\"http:\/\/www.alice-miller.com\/de\/emporung-als-vehikel-der-therapie\/\">Emp\u00f6rung als Vehikel der Therapie<\/a><\/li><li><a href=\"http:\/\/www.alice-miller.com\/de\/depression-der-zwang-zum-selbstbetrug\/\">Depression &#8211; der Zwang zum Selbstbetrug<\/a><\/li><li><a href=\"http:\/\/www.alice-miller.com\/de\/die-revolte-des-korpers-eine-herausforderung\/\">&#8222;Die Revolte des K\u00f6rpers&#8220; &#8211; eine Herausforderung<\/a><\/li><li><a href=\"http:\/\/www.alice-miller.com\/de\/feminismus-marxismus-und-kindheit\/\">Feminismus, Marxismus und Kindheit<\/a><\/li><li><a href=\"http:\/\/www.alice-miller.com\/de\/der-betrug-totet-die-liebe\/\">Der Betrug t\u00f6tet die Liebe<\/a><\/li><li><a href=\"http:\/\/www.alice-miller.com\/de\/uber-den-missbrauch-des-vertrauens-in-der-therapie\/\">\u00dcber den Missbrauch des Vertrauens in der Therapie<\/a><\/li><li><a href=\"http:\/\/www.alice-miller.com\/de\/irrefuhrende-informationen\/\">Irref\u00fchrende Informationen<\/a><\/li><li><a href=\"http:\/\/www.alice-miller.com\/de\/zum-film-mummy-dearest\/\">Zum Film &#8222;Mummy Dearest&#8220; (Meine liebste Rabenmutter)<\/a><\/li><li><a href=\"http:\/\/www.alice-miller.com\/de\/saddam-hussein-und-die-kardinale\/\">Saddam Hussein und die Kardin\u00e4le<\/a><\/li><li><a href=\"http:\/\/www.alice-miller.com\/de\/korper-und-moral\/\">K\u00f6rper und Moral<\/a><\/li><li><a href=\"http:\/\/www.alice-miller.com\/de\/die-befreiende-erfahrung-der-schmerzhaften-wahrheit\/\">Die befreiende Erfahrung der schmerzhaften Wahrheit<\/a><\/li><li><a href=\"http:\/\/www.alice-miller.com\/de\/wie-kommt-das-bose-in-die-welt\/\">Wie kommt das B\u00f6se in die Welt?<\/a><\/li><li><a href=\"http:\/\/www.alice-miller.com\/de\/woher-kommt-das-grauen\/\">Woher kommt das Grauen?<\/a><\/li><li><a href=\"http:\/\/www.alice-miller.com\/de\/bedingungen-der-therapie\/\">Bedingungen der Therapie<\/a><\/li><li><a href=\"http:\/\/www.alice-miller.com\/de\/wann-gibt-es-endlich-keine-idealen-soldaten-mehr\/\">Wann gibt es endlich keine idealen Soldaten mehr?<\/a><\/li><\/ul>\n<div class=\"separateur\" style=\"margin-bottom:15px;\">Thomas Gruner<\/div>\n<ul class=\"lcp_catlist\" id=\"lcp_instance_0\"><li><a href=\"http:\/\/www.alice-miller.com\/de\/einige-leichen-im-keller\/\">Einige Leichen im Keller<\/a><\/li><li><a href=\"http:\/\/www.alice-miller.com\/de\/wem-gehort-unser-bewusstsein\/\">Wem geh\u00f6rt unser Bewusstsein?<\/a><\/li><li><a href=\"http:\/\/www.alice-miller.com\/de\/frenzy\/\">Frenzy<\/a><\/li><li><a href=\"http:\/\/www.alice-miller.com\/de\/uber-einige-aspekte-der-neueren-traumatherapien\/\">\u00dcber einige Aspekte der neueren Traumatherapien<\/a><\/li><li><a href=\"http:\/\/www.alice-miller.com\/de\/die-blendung-des-odipus-oder-der-blinde-fleck-unserer-kultur\/\">Die Blendung des \u00d6dipus &#8211; oder Der blinde Fleck unserer Kultur<\/a><\/li><li><a href=\"http:\/\/www.alice-miller.com\/de\/abschied-von-den-eltern\/\">&#8222;Abschied von den Eltern&#8220;<\/a><\/li><li><a href=\"http:\/\/www.alice-miller.com\/de\/perversion-und-gesellschaft-teil-2\/\">Perversion und Gesellschaft, Teil 2<\/a><\/li><li><a href=\"http:\/\/www.alice-miller.com\/de\/perversion-und-gesellschaft-teil-1\/\">Perversion und Gesellschaft, Teil 1<\/a><\/li><li class=\"current\"><a href=\"http:\/\/www.alice-miller.com\/de\/geborgenheit-in-der-moral-oder-die-wahrheit-der-erfahrungen\/\">Geborgenheit in der Moral oder Die Wahrheit der Erfahrungen<\/a><\/li><li><a href=\"http:\/\/www.alice-miller.com\/de\/auf-der-suche-nach-der-eigenen-geschichte-der-schriftsteller-jurek-becker\/\">Auf der Suche nach der eigenen Geschichte: Der Schriftsteller Jurek Becker<\/a><\/li><li><a href=\"http:\/\/www.alice-miller.com\/de\/die-doppelte-falle\/\">Die doppelte Falle<\/a><\/li><\/ul>\n<div class=\"separateur\" style=\"margin-bottom:15px;\">Klaus Schlagmann<\/div>\n<ul class=\"fleche\" style=\"margin-top:15px;\">\n<li class=\"fleche\"><a href=\"\/de\/krankenkassen-finanzieren-die-lobbyarbeit-fur-\nkinderschander\/\">Krankenkassen finanzieren die Lobbyarbeit f\u00fcr<br \/>\nKindersch\u00e4nder<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<div class=\"separateur\">Claudio Breda<\/div>\n<ul class=\"fleche\" style=\"margin-top:15px;\">\n<li class=\"fleche\"><a \nhref=\"\/de\/bloss-nie-nachgeben-2\/\">Bloss nie nachgeben<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<div class=\"separateur\">&nbsp;<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Thomas Gruner Geborgenheit in der Moral oder Die Wahrheit der ErfahrungenMonday 01 March 2004 \u00dcber das neue Buch von Alice Miller: &#8222;Die Revolte des K\u00f6rpers&#8220; Ein Buch erscheint nicht nur auf &#8222;dem Markt&#8220;, es erscheint in einer bestimmten Zeit und in einem konkreten gesellschaftlichen Klima. Man k\u00f6nnte den Eindruck bekommen, dass sich heute die [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[76],"tags":[],"class_list":["post-2965","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-tg"],"aioseo_notices":[],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.alice-miller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2965","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.alice-miller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.alice-miller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.alice-miller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.alice-miller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2965"}],"version-history":[{"count":1,"href":"http:\/\/www.alice-miller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2965\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2966,"href":"http:\/\/www.alice-miller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2965\/revisions\/2966"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.alice-miller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2965"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.alice-miller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2965"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.alice-miller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2965"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}