{"id":2847,"date":"2005-01-01T10:26:11","date_gmt":"2005-01-01T09:26:11","guid":{"rendered":"http:\/\/www.alice-miller.com\/de\/?p=2847"},"modified":"2015-12-01T10:27:24","modified_gmt":"2015-12-01T09:27:24","slug":"abbruch-der-schweigemauer-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.alice-miller.com\/de\/abbruch-der-schweigemauer-3\/","title":{"rendered":"Abbruch der Schweigemauer"},"content":{"rendered":"<div class=\"colonne-droite\">\n<h1>Abbruch der Schweigemauer<br \/><span class=\"soustitre\">Auszug <\/span><\/h1>\n<h2>Adolf Hitler &#8211; Von Seelenmorden an Kindern zur Vernichtung<br \/>\nganzer V\u00f6lker<\/h2>\n<p>&#8222;Was f\u00fcr ein Gl\u00fcck f\u00fcr die Regierenden, da\u00df die Menschen nicht denken.&#8220;<br \/>\n(Adolf Hitler, zitiert nach Joachim Fest, Hitler, 1973)<\/p>\n<p>Kann man sich im heutigen Deutschland immer noch der Einsicht entziehen,<br \/>\n        da\u00df es ohne Kindesmi\u00dfhandlungen, ohne Erziehung zum blinden<br \/>\n        Gehorsam mit Hilfe von Gewalt keinen Hitler und keine Hitler-Anh\u00e4nger<br \/>\n        gegeben h\u00e4tte? Also auch keine Millionen von Ermordeten? Vermutlich<br \/>\n        hat sich jeder denkende Mensch der Nachkriegszeit einmal die Frage gestellt:<br \/>\n        Wie konnte es dazu kommen, da\u00df sich ein Mensch eine gigantische<br \/>\n        Todesmaschinerie ausgedacht hat und Millionen Helfer fand, um sie in Gang<br \/>\n        zu setzen?<\/p>\n<p>        Das Monster Adolf Hitler, der millionenfache M\u00f6rder, der Meister<br \/>\n        der Zerst\u00f6rung und des organisierten Irrsinns, ist n\u00e4mlich nicht<br \/>\n        als Monster auf die Welt gekommen. Er wurde weder vom Teufel auf die Erde<br \/>\n        geschickt, wie die meisten meinen, noch wurde er vom Himmel gesandt, um<br \/>\n        in Deutschland &#8222;Ordnung zu schaffen&#8220;, dem Land Autobahnen zu<br \/>\n        schenken und es von der Wirtschaftskrise zu erl\u00f6sen, wie mancher<br \/>\n        heute noch denkt. Er wurde auch nicht mit &#8222;destruktiven Trieben&#8220;<br \/>\n        geboren, weil es die gar nicht gibt. Unser biologischer Auftrag hei\u00dft,<br \/>\n        Leben zu erhalten und nicht zu zerst\u00f6ren. Die Destruktivit\u00e4t<br \/>\n        eines Menschen ist ihm niemals angeboren, die vererbten Anlagen sind weder<br \/>\n        gut noch b\u00f6se. Wie sie eingesetzt werden, h\u00e4ngt vom Charakter<br \/>\n        ab, der sich im Leben bildet und dessen Art durch individuelle Erfahrungen,<br \/>\n        vor allem in Kindheit und Jugend, und die sp\u00e4teren Entscheidungen<br \/>\n        des Erwachsenen bestimmt wird.<\/p>\n<p>        Hitler kam, wie jedes Kind, unschuldig zur Welt, wurde von seinen Eltern,<br \/>\n        wie viele Kinder damals, destruktiv erzogen, und sp\u00e4ter hat er sich<br \/>\n        selbst zum Monster gemacht. Er war \u00dcberlebender einer Vernichtungsmaschinerie,<br \/>\n        die im Deutschland der Jahrhundertwende &#8222;Erziehung&#8220; genannt<br \/>\n        wurde und die ich als das verborgene KZ der Kindheit bezeichne, das nie<br \/>\n        erkannt werden darf.<br \/>\n        Wie dieses verborgene Grauen in seinem Reich zum manifesten Grauen wurde,<br \/>\n        habe ich sehr genau in meinem Buch <i>Am Anfang<br \/>\n        war Erziehung<\/i> und in meinen anderen B\u00fcchern, zum Beispiel<br \/>\n        in <i>Das verbannte Wissen<\/i> und <i>Der<br \/>\n        gemiedene Schl\u00fcssel<\/i>, beschrieben. Dort findet sich auch die<br \/>\n        genaue Beweisf\u00fchrung f\u00fcr all das, was ich auf den folgenden<br \/>\n        Seiten lediglich skizzieren will.<\/p>\n<p>        Jedes mi\u00dfhandelte Kind mu\u00df erlittene Mi\u00dfhandlungen,<br \/>\n        Verwahrlosungen und Verwirrungen total verdr\u00e4ngen, um nicht zu sterben,<br \/>\n        weil der kindliche Organismus das Ausma\u00df dieser Schmerzen nicht<br \/>\n        verkraften k\u00f6nnte. Erst dem Erwachsenen er\u00f6ffnen sich andere<br \/>\n        M\u00f6glichkeiten, mit seinen Gef\u00fchlen umzugehen. Wenn er diese<br \/>\n        M\u00f6glichkeiten nicht nutzt, kann sich die einst lebensrettende Funktion<br \/>\n        der Verdr\u00e4ngung in eine gef\u00e4hrliche, zerst\u00f6rerische und<br \/>\n        selbstzerst\u00f6rerische Macht verwandeln. In Karrieren von Despoten,<br \/>\n        wie denen Hitlers und Stalins, k\u00f6nnen die einst unterdr\u00fcckten<br \/>\n        Rachephantasien zu destruktiven Aktionen von unbeschreiblichem Ausma\u00df<br \/>\n        f\u00fchren. Dieses Ph\u00e4nomen kommt im gesamten Tierreich nicht vor,<br \/>\n        weil kein Tier als Junges von seinen Eltern zur perfekten Verleugnung<br \/>\n        seines Wesens dressiert wird, um ein &#8222;anst\u00e4ndiges Tier&#8220;<br \/>\n        zu werden. So zerst\u00f6rerisch agieren nur Menschen. Kindheitsbeschreibungen<br \/>\n        von NS-Verbrechern, aber auch von Freiwilligen des Vietnamkrieges haben<br \/>\n        best\u00e4tigt, da\u00df die ahnungslose Programmierung zur Destruktivit\u00e4t<br \/>\n        <i>immer<\/i> mit einer brutalen Erziehung zu<br \/>\n        unbedingtem Gehorsam und der totalen Mi\u00dfachtung des Kindes begann.<br \/>\n        <\/p>\n<p>        Der Auschwitz-Kommandant Rudolf H\u00f6\u00df zum Beispiel hat seine<br \/>\n        Kindheit selber treffend charakterisiert, allerdings, ohne in ihr die<br \/>\n        Wurzeln seiner Unmenschlichkeit zu sehen (vgl. R. H\u00f6\u00df, <i>Kommandant<br \/>\n        in Auschwitz<\/i>, M\u00fcnchen 1963):<\/p>\n<p style=\"font-style:italic; padding-left:45px; text-indent:35px;\">&#8222;Ganz besonders wurde ich immer darauf hingewiesen,<br \/>\n        da\u00df ich W\u00fcnsche oder Anordnungen der Eltern, der Lehrer, Pfarrer<br \/>\n        usw., ja aller Erwachsenen bis zum Dienstpersonal unverz\u00fcglich durchzuf\u00fchren<br \/>\n        bzw. zu befolgen h\u00e4tte und mich durch nichts davon abhalten lassen<br \/>\n        d\u00fcrfe. Was diese sagten, sei immer richtig. Diese Erziehungsgrunds\u00e4tze<br \/>\n        sind mir in Fleisch und Blut \u00fcbergegangen.&#8220;<\/p>\n<p>Kindliche Regungen, Empfindungen und Gef\u00fchle zu unterdr\u00fccken,<br \/>\n        ist Mord an der Seele des Kindes. Das T\u00f6ten hat H\u00f6\u00df als<br \/>\n        Junge fr\u00fch an sich selber erfahren und gr\u00fcndlich gelernt. Er<br \/>\n        wartete nur etwa drei\u00dfig Jahre lang, bis das Regime ihm Gelegenheit<br \/>\n        bot, das Erlernte nun seinerseits anzuwenden.<br \/>\n        Genauso funktionierten Tausende seiner Zeitgenossen. Anstatt das verbrecherische<br \/>\n        Tun der Eltern aufzuzeigen und zu verurteilen, hatte man es durchwegs<br \/>\n        gelobt und verteidigt. Wenn das Bewu\u00dftsein \u00fcber die Absurdit\u00e4t<br \/>\n        und Gef\u00e4hrlichkeit brutaler Erziehung schon bestanden h\u00e4tte,<br \/>\n        w\u00e4ren keine Monster wie H\u00f6\u00df m\u00f6glich gewesen. <i>Die<br \/>\n        Bereitschaft zum blinden Gehorsam und die Nachfrage nach einem Mann wie<br \/>\n        Hitler w\u00e4ren dann in Deutschland einfach nicht vorhanden gewesen.<\/i><\/p>\n<p>        Die jungen Menschen in Mittel- und Osteuropa, die Ende der achtziger Jahre<br \/>\n        auf die Stra\u00dfe gingen, um gegen die L\u00fcgen ihrer Regierungen<br \/>\n        zu protestieren und mehr Freiheit zu verlangen, haben in ihrer Kindheit<br \/>\n        zweifellos Alternativen zum blinden Gehorsam und zur Heuchelei kennengelernt.<br \/>\n        Das bewiesen sie bereits durch die Tatsache, da\u00df sie f\u00e4hig<br \/>\n        waren, f\u00fcr ihre Rechte einzustehen, ohne ihrer Sache durch blinde,<br \/>\n        unkontrollierte Destruktivit\u00e4t zu schaden, wie es die Terroristen<br \/>\n        der sechziger Jahre taten, deren Erziehung vollst\u00e4ndig vom Geist<br \/>\n        der &#8222;Schwarzen P\u00e4dagogik&#8220; durchdrungen gewesen war. F\u00fcr<br \/>\n        ihre angeblich menschenfreundlichen Ziele hatten diese, wie einst ihre<br \/>\n        Eltern, brutale Gewalt als Mittel gew\u00e4hlt. Die demonstrierenden Jugendlichen<br \/>\n        der achtziger Jahre waren in der Lage, den Terror des Stalinismus, dessen<br \/>\n        Lebensfeindlichkeit, Verlogenheit und Hohlheit zu entlarven &#8211; all das,<br \/>\n        mit dem sich ihre Eltern und Gro\u00dfeltern noch so gut arrangierten<br \/>\n        -, weil sie als Kinder etwas mehr Freiheit und Ehrlichkeit kennenlernen<br \/>\n        durften als die \u00e4ltere Generation. Um unter Unfreiheit bewu\u00dft<br \/>\n        zu leiden, mu\u00df man einen Begriff davon haben, was Freiheit und Achtung<br \/>\n        des Lebens eigentlich sind.<\/p>\n<p>        Wer dies niemals erfahren hat, wer als Kind nur extreme Gewalt, Brutalit\u00e4t<br \/>\n        und Heuchelei kannte und ihr ausgeliefert war, ohne je einem einzigen<br \/>\n        &#8222;helfenden Zeugen&#8220; begegnet zu sein, demonstriert nicht f\u00fcr<br \/>\n        die Freiheit. Der fordert Ordnung mit Hilfe von Gewalt, genauso wie er<br \/>\n        als Kind gelernt hat: Ordnung und Sauberkeit m\u00fcssen sein, um jeden<br \/>\n        Preis, vor allem um den Preis des Lebens. Die Opfer einer solchen Erziehung<br \/>\n        brennen darauf, mit anderen zu tun, was ihnen einst selbst widerfahren<br \/>\n        ist. Und wenn sie keine Kinder haben oder wenn sich diese ihrer Rache<br \/>\n        entziehen, marschieren sie f\u00fcr neue Formen des Faschismus. Der Faschismus<br \/>\n        hat im Grunde immer dasselbe Ziel: Wahrheit und Freiheit zu vernichten.<br \/>\n        Die als Kinder Mi\u00dfhandelten, die diese Qualen durchweg verleugnen,<br \/>\n        benutzen jeweils zeitgem\u00e4\u00dfe Etiketten und Parolen und sto\u00dfen<br \/>\n        damit bei ihresgleichen auf Zustimmung, weil sie dazu beitragen, auch<br \/>\n        die Wahrheit der anderen zuzudecken. Die perverse Lust an der Vernichtung<br \/>\n        von Leben, die sie als junge Menschen an ihren Eltern beobachtet haben,<br \/>\n        brennt in ihnen. Sie sehnen sich seit langem danach, auf der anderen Seite<br \/>\n        zu stehen, Macht zu besitzen und dies &#8211; wie Stalin, Hitler, Ceausescu<br \/>\n        und andere es getan haben &#8211; als Erl\u00f6sung f\u00fcr andere auszugeben.<br \/>\n        Diese alte Sehnsucht aus der Kindheit bestimmt ihre politischen &#8222;Meinungen&#8220;<br \/>\n        und Reden, die deshalb politischen Gegenargumenten kaum zug\u00e4nglich<br \/>\n        sind. Vernunft mu\u00df gegen solchen Verfolgungswahn machtlos bleiben,<br \/>\n        solange sie dessen Wurzeln, die in realen Bedrohungen aus der Kinderzeit<br \/>\n        liegen, verkennt oder sie ignoriert. <i>Der unbewu\u00dfte<br \/>\n        Zwang, verdr\u00e4ngte Verletzungen zu r\u00e4chen, ist st\u00e4rker als<br \/>\n        jede Vernunft.<\/i> Einsicht in Argumente ist von einem Verirrten, der<br \/>\n        aus permanenter Panik handelt, nicht zu erwarten. Aber man mu\u00df sich<br \/>\n        vor ihm sch\u00fctzen.<\/p>\n<p>        Es ist der Zugang zur Wahrheit, der uns erm\u00f6glichen wird, diese Menschen,<br \/>\n        die sich nach der &#8222;Ordnung&#8220; durch Gewalt sehnen, daran zu hindern,<br \/>\n        ihre zerst\u00f6rerischen Pl\u00e4ne auszuf\u00fchren. Sobald die Gesellschaft<br \/>\n        das bereits bestehende und nachgewiesene Wissen \u00fcber die Produktion<br \/>\n        von Brutalit\u00e4t, Gewalt und Menschenmi\u00dfachtung in der Kindheit<br \/>\n        nicht mehr leugnet und deren Gefahren nicht mehr bagatellisiert, hat der<br \/>\n        Faschismus ausgespielt, dann hat er in dieser Gesellschaft keine Chancen<br \/>\n        mehr.<br \/>\n        Es gen\u00fcgt nicht, den Stalinismus oder den Nationalsozialismus als<br \/>\n        L\u00fcgen zu entlarven. Solange nicht erkannt wird, welchen Umst\u00e4nden<br \/>\n        sie ihre Erfolge verdankten, k\u00f6nnen diese oder \u00e4hnliche L\u00fcgen<br \/>\n        mit dem jeweiligen Zeitgeist angepa\u00dften Verbr\u00e4mungen weiterleben<br \/>\n        oder neu aufleben, weil der Faschismus eine Haltung ist, die die verborgene<br \/>\n        Geschichte der Zerst\u00f6rung an die Oberfl\u00e4che schwemmt.<\/p>\n<p>        In seinem Wesen wird er weder von \u00f6konomischen noch von politischen<br \/>\n        Verh\u00e4ltnissen bestimmt. Lange wurde der Erfolg Hitlers mit der katastrophalen<br \/>\n        Wirtschaftslage der Weimarer Republik &#8222;erkl\u00e4rt&#8220;. Tr\u00e4fe<br \/>\n        dies zu, w\u00e4re es ganz unverst\u00e4ndlich, da\u00df so viele Sowjetb\u00fcrger<br \/>\n        trotz gr\u00f6\u00dfter \u00f6konomischer Not Gorbatschows Politik begr\u00fc\u00dften<br \/>\n        und sagten: &#8222;Endlich, endlich d\u00fcrfen wir die Wahrheit sagen<br \/>\n        und sehen. Das l\u00e4\u00dft sich mit keinem Geld bezahlen, das kann<br \/>\n        man nicht kaufen, aber ohne die Wahrheit kann man auf Dauer nicht leben.<br \/>\n        Sie ist wie Luft, die man zum Atmen braucht.&#8220;<\/p>\n<p>        Es gen\u00fcgt nicht, die Oberfl\u00e4che zu sehen und sie zu beschreiben.<br \/>\n        Die <i>Produktion<\/i> der paranoiden Verwirrungen<br \/>\n        in der Kindheit mu\u00df erkannt und unm\u00f6glich gemacht werden. Eine<br \/>\n        klare Gesetzgebung, die die Kindesmi\u00dfhandlungen eindeutig als Verbrechen<br \/>\n        verurteilt, w\u00e4re ein entschiedener Schritt zur Prophylaxe (vgl. unten,<br \/>\n        Kapitel III,2.). <br \/>\n        Der Zugang zur Wahrheit unserer eigenen Geschichte l\u00e4\u00dft uns<br \/>\n        auch klar erkennen, da\u00df das, was einige destruktive und verwirrte<br \/>\n        Menschen verwirklichen wollen &#8211; mag es f\u00fcr viele mit \u00e4hnlichem<br \/>\n        Schicksal noch so verf\u00fchrerisch klingen -, im Grunde nichts anderes<br \/>\n        ist als die H\u00f6lle, der sie einst selbst entkommen sind: die H\u00f6lle<br \/>\n        des Zynismus, der Arroganz, Brutalit\u00e4t, Zerst\u00f6rungswut und Dummheit.<br \/>\n        Sie sind dieser H\u00f6lle dank ihrer Verleugnung entkommen, mit dem brennenden<br \/>\n        Wunsch, endlich Rache daf\u00fcr zu \u00fcben.<\/p>\n<p>        Kann man nicht mit diesen Menschen sprechen? Ich meine, da\u00df man<br \/>\n        es auf jeden Fall immer wieder versuchen mu\u00df, weil es m\u00f6glich,<br \/>\n        ja sogar wahrscheinlich ist, da\u00df man ihnen mit diesem Versuch zum<br \/>\n        erstenmal die Chance gibt, einem &#8222;wissenden Zeugen&#8220; zu begegnen.<br \/>\n        Wie sie mit dieser Begegnung umgehen, entzieht sich unserem Einflu\u00df,<br \/>\n        aber zumindest diese Chance sollten wir nutzen. Das Leben ist sie ihnen<br \/>\n        schuldig geblieben, und das gilt vermutlich auch f\u00fcr alle Insassen<br \/>\n        von Gef\u00e4ngnissen. Man m\u00fc\u00dfte versuchen, ihnen zu zeigen,<br \/>\n        da\u00df sie das Recht auf Achtung, Liebe und Entfaltung in der Kindheit<br \/>\n        gehabt h\u00e4tten und da\u00df man ihnen dieses Recht verweigerte; da\u00df<br \/>\n        ihnen dies aber trotzdem nicht das Recht gibt, das Leben anderer zu zerst\u00f6ren,<br \/>\n        und da\u00df dieses Zerst\u00f6ren eine Sackgasse ist. Auch der Ha\u00df<br \/>\n        Adolf Hitlers, sein Hunger nach Rache, ist an den Millionen von Leichen<br \/>\n        nicht satt geworden. Man mu\u00df zeigen, da\u00df das, was man ihnen<br \/>\n        in der Kindheit als Erziehung verkaufte, eine verlogene und schwachsinnige<br \/>\n        Ideologie war, an die sie glauben mu\u00dften, um zu \u00fcberleben,<br \/>\n        und die sie nun auf der politischen Ebene weiterverkaufen wollen. Und<br \/>\n        man mu\u00df ihnen zeigen, da\u00df die, die sie betrogen haben, die<br \/>\n        ihr Elend, ihren Hunger nach Macht und Zerst\u00f6rung verursacht haben,<br \/>\n        keine T\u00fcrken, keine Juden, keine Araber und keine Zigeuner waren,<br \/>\n        sondern die eigenen Eltern, saubere, ordentliche B\u00fcrger, fromme,<br \/>\n        angesehene, brave Kirchg\u00e4nger.<\/p>\n<p>        Wir wissen nicht, wie viele dieser S\u00f6hne und T\u00f6chter, wie viele<br \/>\n        der jungen Neo-Faschisten oder kriminellen Gewaltt\u00e4ter f\u00fcr ein<br \/>\n        Gespr\u00e4ch noch offen sind. Aber wenn wir uns vorstellen, da\u00df<br \/>\n        sie in unserer Gesellschaft gew\u00f6hnlich kaum jemals einem Menschen<br \/>\n        begegnen, der sie \u00fcber diese schreckliche Wahrheit aufkl\u00e4rt,<br \/>\n        dann ist es denkbar, da\u00df der eine oder andere inneh\u00e4lt und<br \/>\n        aufhorcht. Es kann sein, da\u00df ihm die Evidenz der Fakten, die er<br \/>\n        ja aus seiner Kindheit kennt, aber nie im Zusammenhang sehen durfte, unmittelbar<br \/>\n        einleuchtet. Besonders wenn er nicht jahrelang an Universit\u00e4ten gelernt<br \/>\n        hat, sie zu leugnen oder zu verschleiern.<\/p>\n<p>        Die Gefahr geht nicht von einzelnen Menschen aus, auch wenn sie kriminell<br \/>\n        sind; die Gefahr liegt vielmehr in der Ignoranz der ganzen Gesellschaft,<br \/>\n        die diese Menschen <i>in den L\u00fcgen<\/i>,<br \/>\n        an die sie in der Kindheit glauben mu\u00dften, <i>best\u00e4tigt<\/i>.<br \/>\n        Die angesehenen Vertreter der Gesellschaft, Lehrer, Juristen, \u00c4rzte,<br \/>\n        Sozialarbeiter, Priester, sch\u00fctzen die Eltern vor jedem Vorwurf des<br \/>\n        mi\u00dfhandelten Kindes und halten die Wahrheit \u00fcber Kindesmi\u00dfhandlungen<br \/>\n        im verborgenen. <br \/>\n        Doch gerade mit Hilfe der <i>uneingeschr\u00e4nkten <\/i> Wahrheit \u00fcber Kindesmi\u00dfhandlungen,<br \/>\n        die neue Mi\u00dfhandlungen bewirken, k\u00f6nnte man drohende Gefahren<br \/>\n        abwenden. Man k\u00f6nnte unter anderem sicherstellen, da\u00df schwer<br \/>\n        mi\u00dfhandelte Kinder, die sich aus diesem Grund zu paranoiden Schwerverbrechern<br \/>\n        entwickelten, niemals zu F\u00fchrern ganzer Nationen werden und niemals<br \/>\n        die Macht bekommen, Millionen zu beherrschen und sie zu zerst\u00f6ren.<br \/>\n        Zur Zeit Neros war es noch ein unabwendbares Schicksal, unter der Tyrannei<br \/>\n        des einzelnen leben zu m\u00fcssen, aber in Zeiten der Demokratie, wie<br \/>\n        unvollkommen sie auch sein mag, liegt dieses Schicksal in den H\u00e4nden<br \/>\n        der W\u00e4hler. Sie k\u00f6nnen sich f\u00fcr die Blindheit oder f\u00fcr<br \/>\n        die Wahrheit der Fakten entscheiden. Wer f\u00fcr die Wahrheit optiert,<br \/>\n        wird sich nicht Menschen ausliefern, die ihm durch Zerst\u00f6rung anderer<br \/>\n        das Heil versprechen. Denn er wird wissen, da\u00df dieser Hunger nach<br \/>\n        Zerst\u00f6rung kein prim\u00e4res menschliches Bed\u00fcrfnis ist, das<br \/>\n        einmal befriedigt werden kann, sondern eine permanente und pervertierte<br \/>\n        Suche nach Rache, die letztlich auch die W\u00e4hler eines solchen Tyrannen<br \/>\n        selber treffen w\u00fcrde, wenn sie den Mut zur Wahrheit nicht rechtzeitig<br \/>\n        finden.<\/p>\n<p>        Ich kenne kein Beispiel, das \u00e4hnlich gut dokumentiert w\u00e4re und<br \/>\n        uns die Konsequenzen der Seelenmorde an Kindern &#8211; eine davon ist die daraus<br \/>\n        entstandene kollektive Blindheit &#8211; deutlicher vor Augen f\u00fchren w\u00fcrde<br \/>\n        wie der verh\u00e4ngnisvolle Erfolg Hitlers.<br \/>\n        Hitler erz\u00e4hlte seiner Sekret\u00e4rin bei einer Gelegenheit, wie<br \/>\n        er es geschafft hatte, w\u00e4hrend einer der \u00fcblichen Auspeitschungen<br \/>\n        durch seinen Vater nicht mehr zu weinen, nichts dabei zu empfinden und<br \/>\n        die zweiunddrei\u00dfig Schl\u00e4ge sogar zu z\u00e4hlen (vgl. John<br \/>\n        Toland, <i>Adolf Hitler<\/i>, Bergisch-Gladbach<br \/>\n        1977, S. 30). Auf diese Weise, durch die vollst\u00e4ndige Verleugnung<br \/>\n        der Schmerzen, der Ohnmachtgef\u00fchle und der Verzweiflung &#8211; und das<br \/>\n        hei\u00dft: durch die Leugnung der Wahrheit -, hat sich Hitler zum Meister<br \/>\n        der Gewalt und Menschenverachtung stilisiert. Das Ergebnis war ein Mensch,<br \/>\n        der unf\u00e4hig zur empathischen Differenzierung gegen\u00fcber anderen<br \/>\n        Menschen war. Er war erbarmungslos und st\u00e4ndig zur Destruktion getrieben.<br \/>\n        Die latent gebliebenen Gef\u00fchle von Ha\u00df und Rachsucht trieben<br \/>\n        ihn zu immer neuen Aktionen. Nachdem Millionen durch diese Aktionen hatten<br \/>\n        sterben m\u00fcssen, verfolgten ihn seine Gef\u00fchle im Schlaf. Hermann<br \/>\n        Rauschning berichtet \u00fcber n\u00e4chtliche Schreikr\u00e4mpfe des<br \/>\n        F\u00fchrers, verbunden mit &#8222;unverst\u00e4ndlichem Z\u00e4hlen&#8220;,<br \/>\n        dessen Urspr\u00fcnge ich in Bestrafungsritualen seiner Kindheit sehe<br \/>\n        (vgl. <i>Am Anfang war Erziehung<\/i>, S. 204<br \/>\n        f.).<\/p>\n<p>        Hitler hat den Faschismus nicht erfunden, er hat ihn, wie so viele seiner<br \/>\n        Zeitgenossen, im totalit\u00e4ren Regime seiner Familie vorgefunden. Die<br \/>\n        nationalsozialistische Auspr\u00e4gung des Faschismus tr\u00e4gt zweifellos<br \/>\n        deutliche Spuren der Hitlerschen Kindheit. Doch mit dieser Kindheit bildete<br \/>\n        er keineswegs eine Ausnahme. Daher konnten weder Gerhart Hauptmann noch<br \/>\n        Martin Heidegger, noch so viele andere ber\u00fchmte Intellektuelle Hitlers<br \/>\n        Irrsinn durchschauen. Um dazu in der Lage zu sein, h\u00e4tten sie den<br \/>\n        Irrsinn ihrer eigenen Erziehung durchschauen m\u00fcssen.<br \/>\n        Adolf Hitler bekam die M\u00f6glichkeit, Europa und die Welt zum Schlachtfeld<br \/>\n        seiner Kindheit zu machen, weil es im damaligen Deutschland Millionen<br \/>\n        Menschen gab, die in der Kindheit \u00e4hnliches erfahren hatten. Die<br \/>\n        folgenden Prinzipien waren f\u00fcr sie, wenn auch nicht unbedingt bewu\u00dft,<br \/>\n        so doch selbstverst\u00e4ndlich:<\/p>\n<ol>\n<li>Nicht das Leben, sondern Ordnung und Gehorsam sind die h\u00f6chsten<br \/>\n        Werte.<\/li>\n<li>Nur mit Gewalt l\u00e4\u00dft sich Ordnung schaffen und aufrechterhalten.<\/li>\n<li>Kreativit\u00e4t (verk\u00f6rpert im Kind) ist eine Gefahr f\u00fcr<br \/>\n        den Erwachsenen und mu\u00df zerst\u00f6rt werden.<\/li>\n<li>Dem Vater absolut zu gehorchen ist das h\u00f6chste Gesetz.<\/li>\n<li>Ungehorsam und Kritik sind undenkbar, weil sie mit Z\u00fcchtigung<br \/>\n        oder Todesdrohung bestraft werden.<\/li>\n<li>Das lebendige, vitale Kind mu\u00df so fr\u00fch wie m\u00f6glich<br \/>\n        zum gehorsamen Roboter, zum Sklaven kultiviert werden.<\/li>\n<li>Die unerw\u00fcnschten Gef\u00fchle und wahren Bed\u00fcrfnisse m\u00fcssen<br \/>\n        daher aufs entschiedenste unterdr\u00fcckt werden.<\/li>\n<li>Die Mutter nimmt das Kind vor den Strafaktionen des Vaters nie in Schutz,<br \/>\n        sondern predigt ihm nach der jeweils geschehenen Folter Ehrerbietung und<br \/>\n        Liebe zu den Eltern.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Gl\u00fccklicherweise gab es hie und da Menschen, bei denen das Kind<br \/>\n        vor diesem totalit\u00e4ren Regime Zuflucht fand, vielleicht sogar Liebe,<br \/>\n        Achtung und Schutz erleben durfte. Aufgrund dieser guten Erfahrung &#8211; schon<br \/>\n        durch den blo\u00dfen Vergleich &#8211; konnte es die erlittene Grausamkeit<br \/>\n        zumindest innerlich verurteilen und gar nicht den Wunsch entwickeln, sp\u00e4ter<br \/>\n        selber andere zu qu\u00e4len. Aber wenn diese rettenden Zeugen g\u00e4nzlich<br \/>\n        fehlten, blieb dem Kind nichts anderes \u00fcbrig, als jeden nat\u00fcrlichen<br \/>\n        Reflex, wie Zorn oder gar Lachen, in diesem bizarren Szenario zu unterbinden<br \/>\n        und t\u00e4glich absoluten Gehorsam zu \u00fcben. Nur so konnte es die<br \/>\n        Bedrohlichkeit des Vaters in ertr\u00e4glichen Grenzen halten. Diese fr\u00fche<br \/>\n        Charakterschulung hat Hitler sp\u00e4ter ausgebeutet. In fast deckungsgleicher<br \/>\n        Anlehnung an das Erziehungssystem, das er am eigenen Leib erlebt hatte,<br \/>\n        entwickelte er nun seine NS-Ideologie, die in der Praxis folgende Konsequenzen<br \/>\n        hatte:<\/p>\n<ol>Der Wille des F\u00fchrers ist das h\u00f6chste Gesetz.<\/p>\n<li>Der F\u00fchrer wird mit Gewalt Ordnung schaffen und Deutschland zum<br \/>\n        Paradies der Arier, der Herrenrasse, machen.<\/li>\n<li>Wer sich seinen Befehlen wie ein Roboter unterordnet, wird belohnt.<\/li>\n<li>Wer Kritik wagt, mu\u00df ins KZ.<\/li>\n<li>Juden und Zigeuner m\u00fcssen vernichtet werden, M\u00e4nner, Frauen<br \/>\n        und Kinder.<\/li>\n<li>Polen und Russen sollten zu brauchbaren Sklaven werden.<\/li>\n<li>Behinderte und Geisteskranke sollten ebenfalls umgebracht werden.<\/li>\n<li>Die freie Kunst ist gef\u00e4hrlich, &#8222;entartet&#8220;, und mu\u00df,<br \/>\n        wie auch sonst jede Form von freier Kreativit\u00e4t, verfolgt werden.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Ohne die zahlreichen Dokumentarfilme, die den Jubel der Massen bezeugen,<br \/>\n        w\u00fcrde heute niemand glauben, da\u00df ein Verirrter mit dieser menschenverachtenden<br \/>\n        Ideologie soviel Begeisterung ausl\u00f6sen konnte. Wie war es nur m\u00f6glich,<br \/>\n        da\u00df Hitler eine derartig gro\u00dfe Gefolgschaft fand? Indem er<br \/>\n        dem Volk die L\u00f6sung aller Probleme versprach und ihm den S\u00fcndenbock<br \/>\n        anbot? Gewi\u00df. Aber das alleine h\u00e4tte nicht gen\u00fcgt, damit<br \/>\n        sich unz\u00e4hlige Menschen als Marionetten gebrauchen lie\u00dfen.<br \/>\n        Diese Versprechen mu\u00dften im Stil des herrschs\u00fcchtigen, gewaltt\u00e4tigen<br \/>\n        Vaters gegeben werden, den die meisten kannten, den sie f\u00fcrchteten<br \/>\n        und bewunderten. Bei solchen V\u00e4tern haben die Diktatoren als Kinder<br \/>\n        gelernt: Ich schlage dich fast tot &#8211; zu deinem besten. Viele trieben ihre<br \/>\n        V\u00f6lker in ein Kriegselend und hielten sich f\u00fcr ihre Erl\u00f6ser.<\/p>\n<p>        Aus der Geschichte der Menschenopfer und des Kannibalismus bis zur\u00fcck<br \/>\n        zu den Azteken kann man lernen, wie verschiedene Religionen Menschenopfer<br \/>\n        geheiligt haben, um die Verbrechen der Eltern an ihren Kindern zu besch\u00f6nigen.<br \/>\n        Wer diese Geschichte mit wachen Augen liest, st\u00f6\u00dft immer wieder<br \/>\n        auf das gleiche Muster: &#8222;Wenn ich anderen antue, was mir einst widerfuhr,<br \/>\n        brauche ich nicht zu sp\u00fcren, wie sehr mich die Erinnerung schmerzen<br \/>\n        m\u00fc\u00dfte. Wenn ich alles gut ideologisch oder religi\u00f6s verpacke<br \/>\n        und all die L\u00fcgen erz\u00e4hle, an die meine Umgebung zu glauben<br \/>\n        gelernt hat, werden mir viele folgen. Wenn ich auch noch &#8211; wie Hitler<br \/>\n        &#8211; schauspielerische Begabung daf\u00fcr einsetze und die All\u00fcren<br \/>\n        des bedrohlichen Vaters angenommen habe, dem fast jeder in den Tagen der<br \/>\n        Kindheit blind alles glaubte und den jeder f\u00fcrchtete, dann kann ich<br \/>\n        unz\u00e4hlige Helfer f\u00fcr jedes erdenkliche Verbrechen finden, und<br \/>\n        je absurder es ist, desto leichter.&#8220; Das hat das Milgram-Experiment<br \/>\n        zur Gen\u00fcge bewiesen. Denn viele Erwachsene, einst gehorsame Kinder,<br \/>\n        warten auf eine legalisierte Abfuhr ihrer vor Jahrzehnten unterdr\u00fcckten<br \/>\n        Wut. In der Mi\u00dfhandlung eigener Kinder, die &#8222;Erziehung&#8220;<br \/>\n        genannt wird, oder in Kriegen und V\u00f6lkermorden bietet ihnen die Gesellschaft<br \/>\n        diese Abfuhr und die entsprechende kulturspezifische Rechtfertigung.<\/p>\n<p>        Nicht zuletzt anhand der neuesten Geschichte sind mir die <i>Gefahren<br \/>\n        unserer herk\u00f6mmlichen Moral<\/i> bewu\u00dft geworden. Wir werden<br \/>\n        angehalten, unsere Eltern zu ehren und sie nie in Frage zu stellen, was<br \/>\n        auch immer sie getan haben. Wenn ich aber realisiere, da\u00df Millionen<br \/>\n        von Menschen sterben mu\u00dften, damit Adolf Hitler seine Verdr\u00e4ngung<br \/>\n        aufrechterhalten konnte, da\u00df Millionen in Lagern gedem\u00fctigt<br \/>\n        und ermordet wurden, damit er nie hat sp\u00fcren m\u00fcssen, wie er<br \/>\n        einst gedem\u00fctigt wurde, dann meine ich, da\u00df man diese Zusammenh\u00e4nge<br \/>\n        nicht deutlich und nicht h\u00e4ufig genug aufzeigen kann, um diese ahnungslose<br \/>\n        Produktion des B\u00f6sen sichtbar zu machen. Wie sollten junge Menschen<br \/>\n        Unmenschlichkeit und Verbrechen erkennen und verurteilen, wenn diese,<br \/>\n        wie zum Beispiel die medizinischen Experimente mit Menschen, weiter verschleiert<br \/>\n        werden, anstatt da\u00df sie so klar wie nur irgendwie m\u00f6glich gezeigt<br \/>\n        werden?<\/p>\n<p>        Wenn die Taten der gro\u00dfen und kleinen Mengeles nicht f\u00fcnfzig<br \/>\n        Jahre lang hinter dicken Schweigemauern gesch\u00fctzt worden w\u00e4ren,<br \/>\n        w\u00e4ren \u00e4hnliche Ph\u00e4nomene heute viel schneller erkennbar.<br \/>\n        Leider profitieren nur wenige von diesen Erkenntnissen. Daher ist es heute<br \/>\n        immer noch m\u00f6glich, sich auf die Freiheit der Forschung zu berufen<br \/>\n        und, ohne Emp\u00f6rung in der \u00d6ffentlichkeit hervorzurufen, grausame<br \/>\n        Versuche an wehrlosen Menschen angeblich zum &#8222;Wohle der Menschheit&#8220;<br \/>\n        durchzuf\u00fchren.<\/p>\n<p>        Nur wenn die Jugend genau wissen darf, was geschah und warum es geschehen<br \/>\n        konnte, wenn sie sich von dieser Neugier durch nichts mehr abhalten l\u00e4\u00dft<br \/>\n        und die Wahrheit nicht f\u00fcrchtet, kann sie sich von der Last befreien,<br \/>\n        die ihr die Blindheit der Vorfahren aufgeb\u00fcrdet hat.<br \/>\n        Tausende von Historikern haben bereits die Frage gew\u00e4lzt (und werden<br \/>\n        vermutlich nicht aufh\u00f6ren, sie weiterzuw\u00e4lzen), wie der erwachsene<br \/>\n        Adolf Hitler in der Weimarer Republik zum Reichskanzler werden konnte.<br \/>\n        Doch nur ein Mann, der schwedische Dichter Niklas Radstr\u00f6m hat in<br \/>\n        seinem St\u00fcck <i>Hitler&#8217;s Childhood<\/i> etwas<br \/>\n        getan, was meines Wissens bisher kein anderer Dichter gewagt hat: Er hat<br \/>\n        sich entschlossen, sich ganz konsequent und bewu\u00dft auf die Seite<br \/>\n        eines schwer mi\u00dfhandelten Kindes zu stellen, von dorther sein Visier<br \/>\n        auf unsere erwachsene Gesellschaft zu richten und zu sehen, was dabei<br \/>\n        zum Vorschein kommt. Und es kommt tats\u00e4chlich vieles zum Vorschein.<br \/>\n        Auch wenn er sich auf meine Untersuchung gest\u00fctzt hat &#8211; ohne die<br \/>\n        eigene Einf\u00fchlung in das Kind w\u00e4re ihm niemals dieser starke<br \/>\n        Text gelungen. Es ist leider so: Die Besch\u00e4ftigung mit der Kindheit<br \/>\n        macht uns angst. Sie ist gewi\u00df nicht jedermanns Sache, und wir k\u00f6nnen<br \/>\n        froh sein, wenn andere diese emotionale und geistige Arbeit f\u00fcr uns<br \/>\n        tun. Denn die Kenntnis der Kindheit ist unumg\u00e4nglich, wenn man den<br \/>\n        erwachsenen Menschen und das Leben wirklich verstehen will. Da\u00df<br \/>\n        Radstr\u00f6m diesen entscheidenden Schritt zur Realit\u00e4t machen konnte<br \/>\n        und auf unbrauchbare Theorien bewu\u00dft verzichtete, halte ich f\u00fcr<br \/>\n        ein wichtige Ereignis, nicht nur in der Theatergeschichte. Die Perspektive<br \/>\n        des Kindes, die auf der B\u00fchne gezeigt wird, kann n\u00e4mlich zur<br \/>\n        Vertiefung unseres Wissens und Denkens, auch auf politischem Gebiet, beitragen.<br \/>\n        H\u00e4tte Adolf Hitler auch nur ann\u00e4hernd, nur in wenigen Augenblicken<br \/>\n        die Erfahrung von freundlichen und netten Eltern gemacht, w\u00e4re er<br \/>\n        nicht zum gr\u00f6\u00dften Verbrecher der Geschichte geworden. Er h\u00e4tte<br \/>\n        dann Gelegenheit gehabt, neben der Brutalit\u00e4t auch anderes, zum Beispiel<br \/>\n        ein Mitgef\u00fchl f\u00fcr Mitmenschen, zu speichern. Aber diese Erfahrung<br \/>\n        hat er nie gemacht. Das lese ich an der Ungebrochenheit seiner Haltung<br \/>\n        ab &#8211; einer Haltung, die in der Vernichtungswut keine Ausnahmen und kein<br \/>\n        Erbarmen kannte und die in der Ungeheuerlichkeit der &#8222;Endl\u00f6sung&#8220;<br \/>\n        und des &#8222;Euthanasiegesetzes&#8220; zum Ausdruck kam. Er hatte nur<br \/>\n        Gewalt, Erbarmungslosigkeit und Ha\u00df gespeichert. Diese totale, ungebrochene,<br \/>\n        sehr fr\u00fch gespeicherte Erfahrung, die Erfahrung des getretenen Hundes<br \/>\n        bei den eigenen Eltern, hat das aus ihm gemacht, was er sp\u00e4ter schlie\u00dflich<br \/>\n        war: die totale Verk\u00f6rperung des B\u00f6sen.<\/p>\n<p>        Was Radstr\u00f6m durch seine Einf\u00fchlung in ein fremdes Schicksal<br \/>\n        darzustellen versuchte, ergibt sich bei Manfred Bieler (<i>Still<br \/>\n        wie die Nacht, Memoiren eines Kindes<\/i>, Hamburg 1989) aus der erlittenen<br \/>\n        Wahrheit seines eigenen Schicksals. Er hat dem Kind, das er einst war,<br \/>\n        die Hand gegeben und es durch die vergessenen H\u00f6llen begleitet. Er<br \/>\n        hat die Konventionen der Erwachsenen abgesch\u00fcttelt, die dem Kind<br \/>\n        das Recht auf seine Empfindungen und Gef\u00fchle absprechen, indem sie<br \/>\n        sie verspotten, und er wurde dessen &#8222;wissender Zeuge&#8220;. Er konnte<br \/>\n        dies tun, weil er eine Gro\u00dfmutter hatte, die ihn manchmal vor den<br \/>\n        Eltern in Schutz nahm, also ein &#8222;helfender Zeuge&#8220; war. Als der<br \/>\n        kleine Manfred Bieler von seinem Vater mi\u00dfhandelt wurde, hat die<br \/>\n        Gro\u00dfmutter einmal ihrerseits den Vater geschlagen. Damit zeigte<br \/>\n        sie dem Kind, da\u00df ihm ein Unrecht geschah, da\u00df dies von einem<br \/>\n        anderen Erwachsenen verurteilt wurde, da\u00df es nicht vollkommen rechtlos<br \/>\n        war und Hoffnung auf Hilfe haben k\u00f6nne. Viele mi\u00dfhandelte Kinder<br \/>\n        haben dies nie erfahren und wissen daher nicht, da\u00df sie Hilfe verdient<br \/>\n        und auch bekommen h\u00e4tten, wenn jemand in ihrer Umgebung weniger herzlos<br \/>\n        und ignorant gewesen w\u00e4re. Die Gro\u00dfmutter Bielers zeigte ihm<br \/>\n        durch ihre Zuneigung auch, da\u00df er liebenswert war. All das hat Manfred<br \/>\n        Bieler erm\u00f6glicht, sich mit den Schmerzen seiner Kindheit zu konfrontieren,<br \/>\n        diese nicht vollst\u00e4ndig zu leugnen und dar\u00fcber zu berichten.<br \/>\n        Menschen, die keine &#8222;helfenden Zeugen&#8220; in der Kindheit hatten,<br \/>\n        k\u00f6nnten das nicht. Sie ben\u00f6tigten einen &#8222;wissenden Zeugen&#8220;<br \/>\n        in der Therapie, der ihnen den Zugang zu ihrer Geschichte erleichtern<br \/>\n        w\u00fcrde. Leider bringen einige Therapien die Geschichte des Kindes<br \/>\n        endg\u00fcltig zum Verstummen.<\/p>\n<p>        Manche Reaktionen auf Bielers Buch spiegeln den Zynismus wider, mit dem<br \/>\n        Seelenmorde an Kindern begangen werden. Kritiker, die sich f\u00fcr &#8222;zust\u00e4ndig&#8220;<br \/>\n        halten, begegnen diesem Buch mit dem gleichen Spott, mit dem manche Eltern<br \/>\n        den Worten des Kindes seit jeher begegnen. Wenn diese Kritiker eine lebendige<br \/>\n        Erinnerung daran h\u00e4tten, da\u00df ihnen \u00e4hnliches widerfahren<br \/>\n        ist, h\u00e4tten sie auch die n\u00f6tige Sensibilit\u00e4t f\u00fcr die<br \/>\n        Not anderer Kinder. Ihre Art, diese Not zu verleugnen, zu verspotten oder<br \/>\n        zu bagatellisieren, ist die Folge ihrer eigenen Verdr\u00e4ngung.<\/p>\n<p>        Wir werden zweifellos noch viel Zeit brauchen, um die Sensibilit\u00e4t<br \/>\n        f\u00fcr lebensfeindliche und lebenszerst\u00f6rende Tendenzen zu entwickeln.<br \/>\n        Doch ohne diese Sensibilit\u00e4t sind wir den blinden, zerst\u00f6rerischen<br \/>\n        Aktionen ausgeliefert, deren Gefahren man leicht untersch\u00e4tzt, weil<br \/>\n        sie als harmloses intellektuelles Spiel imponieren. Die Unterdr\u00fcckung<br \/>\n        der Wahrheit in verschiedenen Formen mu\u00df aufgezeigt werden, auch<br \/>\n        damit die einst mi\u00dfhandelten Menschen diese Unterdr\u00fcckung,<br \/>\n        die sie f\u00fcr normal halten, \u00fcberhaupt als Unterdr\u00fcckung<br \/>\n        wahrnehmen.<\/p>\n<p>        Gerade aus der Kenntnis der Hitler-Geschichte ergibt sich eine Warnung<br \/>\n        vor der Blindheit und die Aufforderung, diese endlich aufzugeben und gegen<br \/>\n        die kollektive Verdr\u00e4ngung anzuk\u00e4mpfen. Das tue ich konsequent<br \/>\n        in all meinen B\u00fcchern, um die Psychodynamik der Kindesmi\u00dfhandlungen<br \/>\n        und deren unerme\u00dfliche Gefahren f\u00fcr die Gesellschaft, wie Hitler<br \/>\n        sie offenbarte, begreiflich zu machen. Auf keinen Fall bedeutet dieses<br \/>\n        Begreifen ein Mitleid f\u00fcr einen Menschen, der so erbarmungslos wie<br \/>\n        Hitler war.<br \/>\n        Ich bin \u00fcberzeugt, da\u00df, sobald Hitlers Name kein Tabu mehr<br \/>\n        ist, die Kenntnis seiner Kindheits- und Lebensgeschichte viel Wesentliches<br \/>\n        zum Verst\u00e4ndnis und zur Verhinderung \u00e4hnlicher &#8222;Katastrophen&#8220;<br \/>\n        in Gegenwart und Zukunft beitragen kann.<\/p>\n<p>        Das gr\u00f6\u00dfte Hindernis auf diesem langen Weg ist die Leugnung<br \/>\n        der eigenen, einst erlittenen Kindesmi\u00dfhandlungen und deren Abwehr<br \/>\n        auf Kosten anderer: der Kinder, Untergebenen, Partner oder der W\u00e4hler.<br \/>\n        Noch im Jahre 1987 hat sich mehr als die H\u00e4lfte der Eltern in der<br \/>\n        Bundesrepublik f\u00fcr Schl\u00e4ge als geeignetes Erziehungsmittel ausgesprochen.<br \/>\n        Dies trotz langj\u00e4hriger Aufkl\u00e4rungsarbeit des Kinderschutzbundes.<br \/>\n        Woher stammt diese hartn\u00e4ckige Ahnungslosigkeit? Warum wissen diese<br \/>\n        Eltern nicht, da\u00df k\u00f6rperliche Gewalt und auch psychische &#8222;Schl\u00e4ge&#8220;<br \/>\n        eine Erniedrigung und Mi\u00dfhandlung der Kinder bedeuten, die sich,<br \/>\n        fr\u00fcher oder sp\u00e4ter, offen oder verborgen in destruktiver Weise<br \/>\n        Bahn brechen? Warum wissen sie nicht, da\u00df sie mit ihrer nachweisbar<br \/>\n        falschen Behauptung, das Schlagen von Kindern sei absolut notwendig und<br \/>\n        vollkommen unsch\u00e4dlich, eine destruktive Tradition bejahen, erhalten<br \/>\n        und fortsetzen? Sie wissen es nicht, weil sie aus eigener Erfahrung nur<br \/>\n        diese Art von Erziehung kennen und fr\u00fch lernen mu\u00dften, sie<br \/>\n        als normal und unsch\u00e4dlich anzusehen. Gewalt ist in den Augen solcher<br \/>\n        Eltern das einzig wirksame Korrektiv des kindlichen Verhaltens. Deshalb<br \/>\n        konstruiert diese Elterngeneration komplizierte Theorien, um den Massenmord<br \/>\n        im Dritten Reich und ihre eigene Passivit\u00e4t bzw. Mitt\u00e4terschaft<br \/>\n        zu erkl\u00e4ren. Das scheint ihnen einfacher, als den Schmerz der eigenen<br \/>\n        fr\u00fchen Erniedrigungen als geschlagene Kinder zu sp\u00fcren, der<br \/>\n        ihnen den Schl\u00fcssel zum Merken geben k\u00f6nnte, zum Merken, das<br \/>\n        ihre Kinder vor Mi\u00dfhandlungen und sie selber vor der Blindheit als<br \/>\n        Eltern und W\u00e4hler sch\u00fctzen w\u00fcrde. Wenn sie Politiker sind,<br \/>\n        dann w\u00fcrde dieses Merken vielleicht ganze Nationen vor sinnlosen<br \/>\n        Opfern und Kriegen bewahren.<\/p>\n<p>        Unz\u00e4hlige Menschen sind in konventionellen Kriegen gestorben, deren<br \/>\n        Verantwortliche nicht wahrhaben wollten, da\u00df sie destruktive Kr\u00e4fte<br \/>\n        in sich haben. Von diesen versuchten sie sich dauernd auf Kosten anderer<br \/>\n        zu befreien, sie taten dies, um sich f\u00fcr alte, sehr pers\u00f6nliche<br \/>\n        Verwundungen zu r\u00e4chen. Im Angesicht der blo\u00dfen M\u00f6glichkeit<br \/>\n        eines Nuklearkrieges k\u00f6nnen wir es uns eigentlich nicht leisten,<br \/>\n        dieses Wissen noch l\u00e4nger zu ignorieren. Aber genau das tun wir immer<br \/>\n        noch: Viele Fachleute und Beamte befassen sich t\u00e4glich mit den Folgen<br \/>\n        von Kindesmi\u00dfhandlungen, ohne deren Ursachen sehen zu d\u00fcrfen.<\/p>\n<p>        Auch die traurigste Kindheit spricht einen Verbrecher nicht von der Schuld<br \/>\n        frei, die die Zerst\u00f6rung von Leben bedeutet. Als Erwachsener hat<br \/>\n        er die M\u00f6glichkeit, sich mit seiner Kindheit zu konfrontieren, das<br \/>\n        damalige Grauen nicht zu leugnen, den einst verdr\u00e4ngten Ha\u00df<br \/>\n        zu erleben und dessen Berechtigung zu verstehen. Der bewu\u00dft erlebte<br \/>\n        Ha\u00df ist nur ein Gef\u00fchl, und Gef\u00fchle t\u00f6ten nicht.<br \/>\n        Aber zerst\u00f6rerische, blind gegen Ersatzpersonen gerichtete Aktionen<br \/>\n        sind Taten, die Menschenleben kosten k\u00f6nnen und dem T\u00e4ter anzulasten<br \/>\n        sind.<\/p>\n<p>        Doch vielleicht werden schon unsere Enkel von sich sagen k\u00f6nnen:<br \/>\n        Was f\u00fcr ein Gl\u00fcck, da\u00df wir nicht geschlagen wurden wie<br \/>\n        einst unsere Gro\u00dfeltern und heute deshalb viel klarer sehen k\u00f6nnen<br \/>\n        als diese. W\u00e4ren Schl\u00e4ge in der Kindheit wirklich harmlos, dann<br \/>\n        w\u00e4ren die Menschen nicht blind f\u00fcr Hitlers Menschenverachtung<br \/>\n        geworden, sie h\u00e4tten sie gleich durchschaut und abgelehnt, wie unsere<br \/>\n        Kinder es heute angesichts von Grausamkeiten sofort tun. Kinder, die sich<br \/>\n        wehren d\u00fcrfen, werden nicht destruktiv. Destruktivit\u00e4t &#8211; dieses<br \/>\n        die Welt beherrschende Ph\u00e4nomen &#8211; ist also kein unabwendbares Schicksal.<br \/>\n        Durch liebevolle Behandlung der Kinder k\u00f6nnte sie von der Welt verschwinden.<br \/>\n        Der &#8222;Destruktionstrieb&#8220; schlummert in den Opfern der Kindesmi\u00dfhandlung,<br \/>\n        die als Erwachsene nicht wissen wollen, was ihnen fr\u00fcher geschehen<br \/>\n        ist. Wir haben doch kein Bed\u00fcrfnis danach, unser wehrloses Kind zu<br \/>\n        schlagen. Wir k\u00f6nnen uns das nicht einmal vorstellen, selbst dann<br \/>\n        nicht, wenn wir einmal nerv\u00f6s und \u00fcberreizt sind und deshalb<br \/>\n        mit Ungeduld auf seine Fragen reagieren. Es gibt ja so viele andere M\u00f6glichkeiten,<br \/>\n        mit Kindern produktiv, respektvoll und nicht zerst\u00f6rerisch umzugehen.<br \/>\n        Noch viel weniger als diese Rachebed\u00fcrfnisse unseren Kindern gegen\u00fcber<br \/>\n        k\u00f6nnen wir uns vorstellen, da\u00df uns ein Monster wie Hitler h\u00e4tte<br \/>\n        faszinieren k\u00f6nnen. Menschen, die in ihrer Kindheit respektiert,<br \/>\n        die nicht durch Mi\u00dfhandlungen zu Robotern gedrillt worden sind,<br \/>\n        werden niemals aus &#8222;Treue zum F\u00fchrer&#8220; sterben wollen oder<br \/>\n        gegen jede Vernunft Tausende nach Stalingrad beordern, nur weil ein Verirrter<br \/>\n        sich das ausgedacht hat.<\/p>\n<p>        Hitlers Gener\u00e4le aber standen in seinem Hauptquartier vor ihm stramm,<br \/>\n        und alle naheliegenden Einw\u00e4nde l\u00f6sten sich in Angst und geistige<br \/>\n        L\u00e4hmung oder gar in Begeisterung auf, wenn sie IHN (den Vater) reden<br \/>\n        h\u00f6rten. Diese politische Blindheit, die Millionen das Leben kostete,<br \/>\n        beweist exakt, was unsere Gro\u00dfeltern noch so heftig bestritten:<br \/>\n        da\u00df n\u00e4mlich in jedem Fall physische wie auch psychische Schl\u00e4ge<br \/>\n        dem Kind nicht nur schaden, sondern es sp\u00e4ter aufs h\u00f6chste gef\u00e4hrden,<br \/>\n        das hei\u00dft f\u00fcr Destruktivit\u00e4t anf\u00e4llig machen. Und<br \/>\n        das gilt nicht nur f\u00fcr einzelne, sondern unter Umst\u00e4nden f\u00fcr<br \/>\n        ganze V\u00f6lker. <\/p>\n<\/div>\n<div class=\"colonne-gauche\">\n<ul class=\"lcp_catlist\" id=\"lcp_instance_0\"><li><a href=\"https:\/\/www.alice-miller.com\/de\/dein-gerettetes-leben-3\/\">Dein gerettetes Leben<\/a><\/li><li><a href=\"https:\/\/www.alice-miller.com\/de\/bilder-meines-lebens-2\/\">Bilder Meines Lebens<\/a><\/li><li><a href=\"https:\/\/www.alice-miller.com\/de\/die-revolte-des-korpers-4\/\">Die Revolte des K\u00f6rpers<\/a><\/li><li><a href=\"https:\/\/www.alice-miller.com\/de\/evas-erwachen-2\/\">Evas Erwachen<\/a><\/li><li><a href=\"https:\/\/www.alice-miller.com\/de\/wege-des-lebens-sieben-geschichten\/\">Wege des Lebens &#8211; Sieben Geschichten<\/a><\/li><li><a href=\"https:\/\/www.alice-miller.com\/de\/das-drama-des-begabten-kindes-eine-um-und-fortschreibung\/\">Das Drama des begabten Kindes, eine Um- und Fortschreibung<\/a><\/li><li><a href=\"https:\/\/www.alice-miller.com\/de\/abbruch-der-schweigemauer-2\/\">Abbruch der Schweigemauer<\/a><\/li><li><a href=\"https:\/\/www.alice-miller.com\/de\/der-gemiedene-schlussel\/\">Der gemiedene Schl\u00fcssel<\/a><\/li><li><a href=\"https:\/\/www.alice-miller.com\/de\/das-verbannte-wissen\/\">Das verbannte Wissen<\/a><\/li><li><a href=\"https:\/\/www.alice-miller.com\/de\/bilder-einer-kindheit\/\">Bilder einer Kindheit<\/a><\/li><li><a href=\"https:\/\/www.alice-miller.com\/de\/du-sollst-nicht-merken-3\/\">Du sollst nicht merken<\/a><\/li><li><a href=\"https:\/\/www.alice-miller.com\/de\/am-anfang-war-erziehung-4\/\">Am Anfang war Erziehung<\/a><\/li><li><a href=\"https:\/\/www.alice-miller.com\/de\/das-drama-des-begabten-kindes-2\/\">Das Drama des begabten Kindes<\/a><\/li><\/ul>\n<div class=\"separateur\">&nbsp;<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Abbruch der SchweigemauerAuszug Adolf Hitler &#8211; Von Seelenmorden an Kindern zur Vernichtung ganzer V\u00f6lker &#8222;Was f\u00fcr ein Gl\u00fcck f\u00fcr die Regierenden, da\u00df die Menschen nicht denken.&#8220; (Adolf Hitler, zitiert nach Joachim Fest, Hitler, 1973) Kann man sich im heutigen Deutschland immer noch der Einsicht entziehen, da\u00df es ohne Kindesmi\u00dfhandlungen, ohne Erziehung zum blinden Gehorsam mit [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-2847","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-non-classe"],"aioseo_notices":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.alice-miller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2847","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.alice-miller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.alice-miller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.alice-miller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.alice-miller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2847"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.alice-miller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2847\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2848,"href":"https:\/\/www.alice-miller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2847\/revisions\/2848"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.alice-miller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2847"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.alice-miller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2847"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.alice-miller.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2847"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}