Das Gefängnis der Schuldgefühle

Das Gefängnis der Schuldgefühle
Thursday 14 September 2006

Liebe Alice Miller!

Zunächst möchte ich Ihnen für die Antwort vom 11.7. danken. Die „Revolte” habe ich mittlerweile gelesen, das „Drama des begabten Kindes” habe ich angefangen und je mehr ich mit Ihren Büchern in Berührung komme, umso mehr Fragen und Gefühle steigen in mir hoch. Es ist so, als würde ich einige grundlegende Dinge über das Leben in seiner reinsten Form nachlernen. Das macht mich zum einen traurig, da ich sehe, wie besonders viele Menschen in meinem Alter (ich bin 25) damit nichts zutun haben wollen, sie suchen lieber Ablenkung und „flüchten” sich in Intellektualisierungen oder Kunst. Aber meine Freunde haben auch nicht meinen Leidensdruck… Auf der anderen Seite macht mir die Lektüre immer wieder Hoffnung, da ich sehe, dass hinter allen schlimmen medizinischen Äußerungen wie Angststörung, Panikattacke, narzisstische Störung auch nur einfache Grundmuster eines verletzten und alleingelassenen Menschen stecken. Einfache Grundmuster, zu denen ich mich wieder vorkämpfen möchte, um w